CS Rondo Kastenwagen - Fazit nach 3 Monaten und 10.000 km

Vor etwa drei Monaten haben wir unser Camperchen abgeholt und seitdem haben wir neben mehreren kleineren Touren, wie dem Trip in die Vogesen oder zu den Rieselfeldern Münster, auch unseren ersten, längeren Urlaub in Norwegen mit unserem rollenden zu Hause unternommen.

Knapp 10.000 km hat er jetzt auf der Uhr und wir haben jedes Teil ausprobiert, Erfahrungen gesammelt und auch ein paar Veränderungen vorgenommen.

Zeit für ein erstes Fazit!

 

 

Eine positive Er - fahr - ung!

Wie der Titel des Artikels ja schon verrät, unser Camperchen hat mittlerweile knapp 10.000 km auf der Uhr und die haben wir natürlich nicht mit Wohnen zugebracht, sondern mit Fahren!

Zunächst einmal ist so ein Auto groß und man muss sich erst einmal an die Abmessungen gewöhnen. In meinem Fall ging das recht flott, da ich mal knapp 5 Jahre im Rettungsdienst gearbeitet habe und die typischen Rettungswagen Mercedes Sprinter 3,5-Tonner waren, teils noch mit Kofferaufbau, teils als Kasten so wie unser Camperchen.

 

Am unserem Sprinter gefällt mir sehr gut, dass die Breite eher gering bleibt, das war insbesondere in Norwegen ein Vorteil, wo die Straßen oft sehr eng sind. Allerdings musste ich wirklich oft mit den Reifen bis an die Asphaltkante fahren damit wir noch an Reisebussen und anderen, großen Campern vorbeikamen, aber es ging! Wenn ich mir vorstelle wir wären da mit einem Vollintegrierten unterwegs gewesen, das hätte weniger Spaß gemacht.

 

 

Gewicht und Maße machten sich natürlich auch z.B. auf Fährfahrten positiv bemerkbar. Zum einen weil man auch auf engen Fähren noch vernünftig stehen konnte, zum anderen weil uns die Einhaltung der magischen Grenze von 3,5 Tonnen und 6 Metern Länge, den oftmals doppelten Preis einer Überfahrt ersparte.

 

 

Das Fahrwerk federt Fahrbahnunebenheiten sehr gut weg und macht insofern auf Langstrecke wirklich Spaß, der Nachteil ist ein Hang zum Schaukeln wenn der Untergrund uneben wird. Wenn es also etwas mehr ins Gelände ging, habe ich es generell langsam angehen lassen, ich wollte ja auch nicht hinterher alle Schränke wieder neu einräumen müssen.

 

Dank Tempomat lässt sich auf Langstrecke sehr entspannt fahren und wir haben uns für eine generelle Reisegeschwindigkeit von maximal 110 km/h entschieden. So kommt man noch zügig genug an LKWs vorbei und hält nicht alle ewig auf, aber der Verbrauch bleibt im Rahmen, das Auto ist im 6. Gang relativ leise und das Fahrgefühl auch bei Wind noch schön stabil.

Auf normalen Autobahnen liegen wir so vollbeladen bei knapp 10 Litern auf 100 km. In Norwegen, wo maximal 80 km/h erlaubt sind, unser Durchschnitt aber eher bei 50-60 km/h lag, kamen wir teils auf 8 Liter auf 100 km. Wenn es bergig oder sehr windig wurde, lagen wir bei 11-12 Litern.

Dieses Verbräuche finden wir richtig super, wenn man bedenkt, dass man da eine Schrankwand mit 3,5 Tonnen Gewicht durch die Gegend fährt und zusammen mit dem 93 Liter Tank, den wir optional dazugenommen haben, hatten wir so recht lange Tankintervalle. In der Regel sind wir 750 - 850 km gefahren, bevor wir uns um eine Tankstelle gekümmert haben.

 

Durch den Heckantrieb lässt sich die Lenkung vorne sehr weit einschlagen und das macht sich äußerst positiv im Wendekreis bemerkbar. Vor allem in den teils regelrechten Haarnadelkurven der Serpentinenstrecken konnte man schön eng innen fahren und auch Wenden war nirgends ein Problem, auch auf engstem Raum nicht, wenn der kleine Waldweg mal doch der falsche war.

 

 

Den Allrad haben wir bislang noch nicht vermisst!

Wir mussten einmal eine sehr steile Schotterstrecke hinauffahren bis auf 1400 Meter und hatten kein einziges Mal Traktionsprobleme. Hier ist der Heckantrieb natürlich dem Frontantrieb gegenüber im Vorteil aber den Allrad haben wir nicht vermisst. Die Allwetterreifen haben vermutlich auch noch eine etwas höhere Traktion. Auch beim Wegfahren auf einer nassen Wiese hatten wir keine Probleme, trotz Vollbeladung.

 

Der erste und zweite Gang sind sehr klein übersetzt, was bei Bergfahrten sehr hilfreich ist. Will man bergauf bis in den dritten Gang kommen und es ist wirklich steil, muss man den zweiten ganz schön hochdrehen und dann schnell schalten um den Schwung nicht zu verlieren, was nicht gerade die Stärke des manuellen Getriebes ist, aber es geht. Da aber auf solchen wirklich steilen Serpentinenstrecken, die einen innerhalb weniger Kilometer von 0 auf 1400 Meter bringen, sowieso gleich wieder die nächste enge Kurve kommt, sind wir diese Strecken oft gleichmäßig im zweiten Gang gefahren.

Der 163 PS Motor war in allen Lebenslagen stark genug, auch vollbeladen. Weniger würde ich aber nicht haben wollen. Auf der Autobahn musste teilweise mal runtergeschaltet werden, wenn es steil wurde, aber das ist kein Problem.

Im ersten Gang lässt sich das Auto mit einem feinfühligen Gasfuß wirklich sehr langsam und kontrolliert fahren, so dass man auch auf sehr ruppigen, löchrigen und von Furchen durchzogenen und steinigen Strecken kein Problem hat vorsichtig hindurchzumanövrieren.

Bergab lies sich der Sprinter je nach Gefälle im 4. / 3. / 2. Gang recht gut mit dem Motor einbremsen und nur ab und an musste mal zusätzlich gebremst werden.

Auf den steilen und sehr kurvigen und engen Bergstrecken in Norwegen hat mir der Sprinter jedenfalls Spaß gemacht und lies sich entspannt fahren.

 

 

Die einzigen beiden Assistenten die unser Auto hat, sind der Seitenwindassistent und der Bremsassistent, beide waren in der Grundausstattung enthalten.

 

Der Seitenwindassistent verbirgt sich im ESP und dreimal durften wir ihn bis jetzt in Aktion erleben, was ich jedesmal als positiv empfand. Jeweils in Fällen wo eine plötzliche, sehr starke Windböe unseren Camper aus der Spur geworfen hätte, hat der Assistent das korrekt bemerkt und das zum Windstoß zeigende Hinterrad abgebremst. Man merkt nur einen kurzen, schwachen Ruck und hört vor allem das ESP in Aktion und der Camper bleibt einfach in der Spur. Mich hat der Eingriff nicht erschreckt und der Effekt war wirkungsvoll.

 

Der Bremsassistent zeigt über ein kleines rotes Dreieck im Cockpit an, wenn der Abstand zum Vordermann zu gering ist. Ab einer gewissen Distanz, oder bei plötzlicher Bremsung des vorrausfahrenden Fahrzeugs, kann der Assistent piepsen und leicht bremsen, vor allem aber wird eine selbst durchgeführte Bremsung in diesem Fall verstärkt und unterstützt.

Ein- oder zweimal hat das schon geholfen, weil das vorrausfahrende Fahrzeug plötzlich langsamer wurde. Ein paar Mal hat der Assistent auf freier Strecke plötzlich fälschlicherweise gepiepst, aber nur ganz minimal leicht gebremst, so dass kein wirklicher, störender Eingriff stattfand.

Von mir aus ist das so ok.

 

 

Wohn-lich!

Neben der ganzen unvermeidlichen Fahrerei, haben wir aber natürlich nun eine ganze Weile lang in unserem Camperchen gewohnt und das in Norwegen gleich dreieinhalb Wochen am Stück!

Wir waren und sind vollends zufrieden.

Klar, man muss manchmal ein Bisschen zur Seite gehen, damit der andere an einem vorbeilaufen kann, aber das ist echt kein Problem.

Vor allem durch die helle Möblierung für die wir uns entschieden haben und die Stehhöhe hat man ein schönes Raumgefühl und auch bei Kälte oder schlechtem Wetter, wenn die Schiebetür zu bleiben muss, fühlt man sich innen nicht beengt.

Wir haben unterwegs ein Paar aus Belgien getroffen, die mit einem CS Independent unterwegs waren, der vom Innenraum wie unser Rondo ist, allerdings hatten die beiden die optionale, zusätzliche Dachluke nicht, die wir über dem Bett hinzugenommen haben. Hier konnten wir schön sehen, wie gut diese Entscheidung war, denn im Fahrzeug der beiden wurde es nach hinten hin doch sehr dunkel, während es in unserem Camperchen selbst bei grauem Himmel immer schön hell war.

Der zweifach klappbare Tisch ist für uns ideal. Mittlerweile lassen wir den Fahrersitz immer in Fahrposition, da kommt einer der Kamerarucksäcke drauf und wir drehen nur den Beifahrersitz und klappen eine Seite des Tisches auf. Heike hat die Sitzbank gepachtet, ich den Beifahrersitz. Das ist flott umgebaut und reicht uns völlig.

Wenn wir nur mal kurz Pause machen, dann drehen wir die Sitze garnicht, sondern hocken nebeneinander auf der Sitzbank, auch das passt und ist total unkompliziert.

 

 

 

Kochen im Camperchen

Wir sind ziemliche Salatfans, aber ein paar Mal haben wir natürlich mittlerweile auch etwas umfangreicher im Camper gekocht und der Platz war absolut ausreichend für uns.

Das Schönste ist, dass man bei passender Witterung an der offenen Schiebetür kochen kann, was nicht nur den Dampf nach draußen lässt, sondern eben auch eine total tolles Feeling ist.

Wenn man dann noch einen schönen Stellplatz mit Ausblick hat....fantastisch!

 

 

 

Grillen

Wir hatten uns eine Gasaußensteckdose in unserem Camper einbauen lassen, damit wir außen einen kleinen Gasgrill direkt an den großen Flaschen betreiben können.

Anfänglich muss man da eine kleine Hürde nehmen, weil man auf einen mir recht unbegreiflichen Schwachsinn in Deutschland trifft.

Die komplette Gasanlage in Wohnmobilen und Wohnwagen in Deutschland muss auf 30 mBar Druck ausgelegt sein. Gasgrills die man im Handel zu kaufen bekommt, sind aber alle auf 50 mBar ausgelegt und die Druckminderer für den Flaschenanschluss ebenso.

Schließt man aber solch einen Grill, an die Außensteckdose eines Campers an, nun dann kommen eben nur 30 mBar, wo der Gasgrill gerne 50 mBar hätte und entsprechend reduziert sich die Leistung.

Haha. Danke.

Zwar findet man in ganz seltenen Fällen Grills, die der Hersteller auch mit 30 mBar anbietet, oder aber Austauschdüsen, die dann auf den niedrigeren Druck ausgelegt sind, aber viel findet man da nicht.

Die Lösung ist recht einfach, man bestellt den Grill seiner Wahl eben in den Niederlanden, da ist das System generell 30 mBar und schon passt alles.

Wir haben uns unseren Grill also in den Niederlanden besorgt und der funktioniert jetzt wunderbar an unserer Außensteckdose. Einfach den Schlauch in die Schnellkupplung geklickt und an den Grill geschraubt, schon kann es losgehen!

Wir haben uns für den Cadac Safari Chef 2 entschieden. Der hatte im ersten Test jede Menge Power, der Platz reichte für 2 Personen aus, er passt komplett mit Tasche und allem in eine Eurobox im Heck und durch den Winschutz und den Deckel hatten wir auch bei Wind überhaupt keine Probleme mit dem Grillen.

 

 

 

Heizen

Wo wir schon beim Gas sind, schauen wir doch auch mal auf die Heizung. Nachts haben wir das kleine Fenster über dem Bett aufgestellt um Frischluftzufuhr zu haben und ein Wenig Feuchtigkeit rauszubekommen. Die Heizung hatten wir auf 19° eingestellt und in der Regel musste sie recht wenig laufen.

Wir hatten den Eindruck, dass sich bei Kälte, wie Hitze die 20mm Isolierung bemerkbar machte, die CS verbaut.

In Norwegen hatten wir nachts Temperaturen zwischen 2° und 14°. Mit Heizung, täglich mehrmaligem Kaffeekochen und ab und an größer Kochen, haben wir in den dreieinhalb Wochen nicht einmal eine nicht mehr ganz volle 11 kg Gasflasche verbraucht, geschweige denn die volle zweite Flasche überhaupt angefangen.

Wenn wir mal von einer Tour ins Auto kamen und uns zu kalt wurde, dann haben wir die Heizung für 15 Minuten auf 23° gestellt und wir hatten es ganz schnell warm im Auto und wir drehten die Heizung wieder ab.

 

 

Die Schiebetür - wir sind Kastenwagenfans!

Ganz klar, für uns kommt wahrscheinlich nur noch ein Kastenwagen in Frage, denn wenn man einmal in den Genuss kam, an der offenen Schiebetür fast wie im Freien zu sitzen und einen schönen Ausblick hatte, dann will man darauf nicht mehr verzichten und wenn das Wetter mal nicht gepasst hat, dann hatten wir durch das große Fenster trotzdem einen schönen Ausblick.

 

 

 

Technik - läuft!

Mehr kann man wohl nicht sagen. Den Frischwassertank haben wir in der Regel mit maximal 70 Litern befüllt, was uns sehr lange gereicht hat. Ebenso hatte der Grauwassertank genug Kapazität, dass wir nie Eile verspürten eine Entsorgungsstation aufzusuchen. Das liegt aber sicher auch an unserem Verhalten bzgl. Wasserverbrauch und ist insofern individuell unterschiedlich.

 

Strom war überhaupt kein Thema für uns. Ok, meistens sind wir tagsüber gefahren, aber auch wenn wir dann gestanden sind, haben wir über den Abend und die Nacht meistens maximal 15% unserer Batteriekapazität verbraucht, wobei bei den AGM Batterien etwa 50% nutzbar sind. Von der uns zur Verfügung stehenden Kapazität war das also gerade mal ein Drittel.

Wenn dann aber im Laufe des Tages auch nur ein Bisschen die Sonne schien und selbst bei leichter Bewölkung noch, hat unsere Solaranlage die Batterie in ein paar Stunden wieder aufgeladen. So hatten wir uns das vorgestellt, als wir die größte Anlage konfiguriert hatten, die CS anbietet.

Ein positiver Nebeneffekt der drei Solarpanel auf dem Dach, sie halten die Hitze von oben fern und das Dach heizt sich nicht so auf. Das konnten wir gut an zwei Dachstaufächern bemerken, bei denen eines unter einem Solarpanel liegt und das andere nicht. Eines wurde warm, das andere nicht.

 

Die Toilette bleibt somit der einzige wirklich begrenzende Faktor. Nach maximal zweieinhalb bis drei Tagen musste die Kassette entleert werden, was allerdings bisher kein Problem für uns war. Mit ein Bisschen Vorplanung, findet man schnell über verschiedene Apps eine Entsorgungsstation in der Nähe, oder man bezahlt auf dem nächsten Campingplatz ein paar Euro um die dortigen Einrichtungen nutzen zu können.

Dazu muss ich sagen, wir haben die große Kassette mit 19 Litern Fassungsvermögen. Kleiner sollte sie nicht sein. Außerdem haben wir einen kleinen Mülleimer im Bad, in den unser Klopapier kommt. Das müffelt nicht, weil das Papier schnell trocknet, die Kassette muss nicht auch noch das Klopapier aufnehmen und vor allem geht hinterher die Entleerung komplett ohne jegliche Verstopfung durch Papier im Behälter.

 

 

Eigene Verbesserungen und Ergänzungen

Relativ schnell haben wir ein paar Verbesserungen an unserem Camperchen vorgenommen die sich mittlerweile sehr bewährt haben und die ich hier gerne zeigen möchte.

 

Fangen wir einmal mit Verschönerungen und Praktischem an. Wir haben ein paar unserer Fotos auf Alu-Dibond anfertigen lassen und diese mit Klett-Klebeband an den Wänden angebracht. Von Tesa gibt es ein sehr starkes Klett-Klebeband, das angeblich selbst das Gewicht eines Akkuschraubers halten soll. Die Bilder sind jedenfalls noch nicht von den Wänden gefallen und durch den Klett können wir sie auch mal gegen andere austauschen.

Auch zu sehen sind hier die Labos-Schienen, die in der Küche, im Bad und im Schlafbereich verbaut sind. Die einzigen sinnvollen Untensilien die wir fanden waren Haken und der Küchenrollenhalter, die sind aber alle wirklich klasse. Im Bad haben wir einige Haken für Handtücher, in der Küche den Rollenhalter und auch zwei Haken.

Einen weiteren Haken haben wir mit Tesa Powerstrips an der Schiebetür direkt neben dem Griff angebracht. Wenn wir abends alle Schotten dicht machen und nicht mehr rausgehen, dann schließen wir mit dem Funkschlüssel die Türen ab, was auch die Alarmanlage scharf schaltet. Dumm, wenn man jetzt gedankenverloren von innen die Schiebetür aufmacht, dann hupt das Auto nämlich los

Hehe. Da freuen sich dann alle, wenn die Naturfotografen in Norwegen mal wieder um 2:30 aufstehen.

Damit man dies also nicht vergisst und vor allem morgens oder wenn es nachts mal nötig ist, nicht den Schlüssel suchen muss, hängt der dann neben dem Türgriff.

 

 

Dem worst case vorgebeugt habe ich mit einer kleinen Ergänzung im Schacht für die Toilettenkassette.

Wenn man mal ein paar Testberichte über andere Wohnmobile liest, oder sich solche auf Messen anschaut, dann kriegt man manchmal das Gruseln, wenn man sich die Schächte für die Kassette anschaut, da ist nämlich oft überhaupt nix abgedichtet.

Wenn dann also mal der worst case eintritt und die Kassette nicht dicht hält, dann läuft einem die Suppe in den Aufbau und unter die Möbel, wo man sie vermutlich nie wieder herausbekommt.

CS hat hier vorbildlich gearbeitet, denn der gesamte Schacht ist abgedichtet, Bravo!

Lediglich den Schlauch für die optionale S.O.G. Toilettenentlüftung die wir mitbestellt haben, verlegt CS so wie der Hersteller das angibt. Dazu gehören dann Bohrungen in die Schachtkonstruktion unterhalb der Kassette und so hat man da dann leider doch wieder eine Stelle, wo es im Extremfall unter den Aufbau laufen könnte.

Da ich keine Lust habe zu warten, bis der worst case vielleicht mal eintritt und mich dann zu ärgern, dass ich den Siff dann nicht mehr unter den Möbeln heraus bekomme, habe ich hier selber abgedichtet. Kein großer Aufwand und eine Sorge weniger.

Unsere Toilettenkassette war in Norwegen übrigens ein bis zweimal sehr voll und die Strecke ruppig, so dass es ordentlich geschaukelt hat...

Es ist nix passiert, aber ich war schon froh zu wissen, dass an dieser Stelle jetzt alles dicht ist.

 

 

Ebenfalls gut zum Thema Toilette passt das Thema Klopapier. Wenn man sich erstmalig durch Camperforen wühlt, stößt man schnell auf dieses Thema. Da wir keine Lust haben, spezielles, teures und dünnes Campingklopapier zu benutzen, welches sich in der Toilettenkassette mittels aggressiver Zusätze zersetzen soll, sondern lieber normales Klopapier und umweltverträglichere Toilettenzusätze verwenden wollen, musste ein kleiner Mülleimer her.

Dies hat mehrere Vorteile. Das Klopapier kommt nicht als zusätzliches Volumen in die Kassette. Außerdem erspart man sich beim Entleeren der Kassette mögliche Verstopfungen durch nicht aufgelöstes Papier.

Wir haben einen kleinen Stahlblecheimer an der Badtür angeschraubt, in den passen 10 Liter Müllbeutel gut rein. Da das Papier da drin recht schnell trocknet, mieft es auch nicht. Das hat super funktioniert für uns.

Ebenfalls haben wir einen Klopapierhalter angebracht. Dieser ist mit Silikon befestigt, also nicht geschraubt.

Und wenn wir schon im Bad sind, dann kommt noch das kleine Utensilien-Körbchen dazu, welches an einem Halter eingehängt wird, den ich ebenfalls mit Silikon am Spiegel befestigt habe.

 

 

Die Besteckschublade war vom Hersteller mit einem Kunststoffeinsatz ausgestattet, der aber die Schublade in meinen Augen nicht wirklich effizient nutzte.

In einer weiteren, ebenfalls flachen Schublade hätte mir auch eine Unterteilung in Fächer gefallen und außerdem schwebte mir hier vor, eine zweite Etage einzubauen, mit einer Box in der zum Beispiel Schneidbretter Platz hätten.

Gesagt, getan, ab in die Werkstatt und aus Holz ein paar passgenaue Einsätze gebastelt. Man sieht gleich, dass der Platz in der Besteckschublade jetzt viel effizienter ausgenutzt werden kann und die zweite Etage in der anderen flachen Schublade ist super praktisch.

 

 

Zu guter Letzt noch ein Bisschen Elektronik. Truma bietet die sogenannte iNet Box an, mit der sich die Heizung auch via Handynetz fernsteuern ließe.

Für uns war das nicht das interessante Feature, aber die Konnektivität via Bluetooth. Ok, auch die Heizung - im Fahrzeug sitzend - über Bluetooth steuern ist jetzt nicht soooo der Hit, aber wenn man die Box hat, kann man ebenfalls in dieses System eingebundende Gasfüllstandssensoren einbinden, die unter die Gasflaschen im Heck kommen. Jetzt lässt sich der Füllstand der Flaschen über eine App am Handy auslesen und das ist äußerst praktisch.

Die Box musste im Kleiderschrank hinter dem Steuerpanel angeschlossen werden. Den Kabelsalat habe ich in Kabelkanälen versteckt, so kann man auch beim Ein- und Ausräumen des Schrankes nicht an den Kabeln hängen bleiben.

Die Box braucht 12 Volt Dauerplus, dazu muss man hier den kleinen Stecker vom Steuerpanel abknipsen und die Box einschleifen. Ein Bisschen Gefummel, weil nur wenig Kabel vorhanden ist und die Käbelchen sehr dünn sind, aber es hat geklappt.

 

 

 

Problemchen

Ja, auch kleine Problemchen gab es.

Da wäre zum einen eine 12 Volt Steckdose, die beim ersten Kontakt mit einem Stecker einen Kurzen produziert hat und uns die Sicherung durchgeschmort hat.

Leider liegt das am Stecker des Geräts das wir da verwenden wollen, denn leider, leider sind diese 12 Volt Stecker nicht wirklich normiert. Wir haben mittlerweile Stecker gefunden, die haben bei uns im Camper überhaupt keinen Kontakt, andere produzieren einen Kurzen, wenn man sie falsch hineinsteckt. Naja. Da müssen wir uns nochwas Schlaues überlegen.

 

Ein anderes Problem tauchte in Norwegen auf einem asphaltierten, kleinen Parkplatz im Wald auf, wo wir über Nacht gestanden hatten. Morgens Kaffee gekocht, dann die Tassen ausgespült, plötzlich läuft Wasser unterm Camper raus.

Hä?

Nachgeschaut, hatte der Abwasserschlauch der von der Küche auf der Beifahrerseite zum Abwassertank auf der Fahrerseite unter dem Fahrzeug hindurchführt ein Loch.

Die Ursache war schnell gefunden, nämlich die Antriebswelle, die beim Einfedern der Hinterräder soweit hoch kommt, dass sie den Schlauch durchscheuert.

Ich hab mich dann unters Auto gelegt und das abgedichtet und auf dem Rückweg waren wir bei CS Reisemobile in Hamburg, wo man uns innerhalb von einer Stunde völlig unkompliziert den Schlauch anders verlegt hat, so dass die Antriebswelle kein Problem mehr darstellt.

 

 

 

Fazit

Wir sind komplett zufrieden mit unserem Camperchen!

Es fährt sich toll, wohnt sich gemütlich, Kochen macht Spaß und das luftige Gefühl der offenen Schiebetür ist immer wieder toll.

Mit unseren kleinen Ergänzungen ist das Auto für uns jetzt funktionell komplett und noch ein Bisschen heimeliger geworden.

Die Technik funktioniert klasse und das kleine Wehwehchen hat CS schnell und unkompliziert gelöst.

Wir freuen uns auf viele weitere Touren mit unserem rollenen zu Hause!

 

LG Tom

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