Der Camper ist da! Unser Weg zur rollenden Basisstation

Da ist er! Ein Dreivierteljahr haben wir darauf gewartet unseren Camper abzuholen und da haben wir ihn endlich - hurra! Die nächsten Jahre werden wir damit durch Europa touren, aber natürlich auch Deutschland erkunden und an Wochenenden unabhängig von irgendwelchen Planungen schöne Orte zum Fotografieren ansteuern können.

Mit diesem Artikel wollen wir euch zeigen, welche Kriterien uns letztlich genau zu diesem Fahrzeug geführt haben und euch natürlich den Camper in seinen Einzelheiten zeigen.

Vielleicht beschäftigt ihr euch auch gerade mit der Thematik und unsere Informationen könnten hilfreich sein.

 

 

Aber fangen wir vorne an! Wie kam es überhaupt dazu?

Nachdem wir 2016 in Kanada unterwegs waren und dort mit einem gemieteten SUV von Unterkunft zu Unterkunft zogen, waren wir 2017 vier Wochen lang mit einem Bushcamper in Namibia unterwegs.

Wenn man sich anschaut, was viele Leute unter "Camping" und "Wohnmobil" verstehen, war das quasi Hardcore-Campen, denn viel Comfort darf man von so einem Gefährt nicht erwarten, aber wir fanden es absolut klasse!

Beim Campen, sagt man ja gerne, weiß man hinterher ob die Beziehung hält und wenn man sich überlegt, dass wir auf engem Raum, ohne großen Comfort und mit viel Sand und Staub als Begleiter unterwegs waren und unseren Spaß hatten, haben wir diese Prüfung wohl bestanden.

Weiterhin sind Heikes Schwester und ihr Mann total Afrika-fixiert und auch auf den Geschmack gekommen, was das Reisen mit einem Bushcamper angeht. Die ständige Nähe zur Natur und die große Flexibilität sind wirklich toll. Kurzum - das Camper-Fieber hatte uns alle gepackt!

Nun brauchte es nur ein paar Vorträge verschiedener Weltreisender und der Traum, einmal entlegene Gebiete der Welt mit viel Zeit und autark mit einem geländegängigen Expeditionsmobil zu erkunden, war bei uns allen geweckt.

 

Traumauto gefunden!

Wir befassten uns immer mal wieder mit dem Thema, lasen interessiert Berichte zum Reisen mit einem solchen Vehikel und beschlossen an einem Wochenende recht spontan zur Abenteuer & Allrad Messe in Bad Kissingen zu fahren, der laut Aussage des Veranstalters größten Off-Road-Messe der Welt, und uns solche Fahrzeuge mal aus der Nähe anzuschauen.

Wir hatten einen tollen Tag dort, haben uns alle möglichen Autos in Natura angesehen, die wir bisher von Reiseberichten oder aus unseren eigenen Recherchen kannten und konnten so auch mal sehen, wie die Größenverhältnisse in Wirklichkeit sind.

Wir fühlten uns, wie sich kleine Kinder auf einer Spielwarenmesse fühlen müssen. Mehr muss ich wohl nicht sagen.

Unter anderem schauten wir uns auch einen Iveco Daily 4x4 mit Aufbau von Kerkam an und waren vollends begeistert. Das war unser Traumauto, so etwas sollte es mal sein und damit würden wir die Welt erkunden - HURRA!

 

 

Autsch! Der ist teuer!

Wir sammelten alles mögliche an Prospekten ein, fotografierten und sammelten Preislisten. Auf dem Heimweg schwärmten wir von dem Gedanken uns ein solches Weltreisemobil zuzulegen, aber natürlich wich die Begeisterung recht schnell der Erkenntnis, dass ein solches Fahrzeug eine ganze Stange Geld kostet!

Um dieses Geld herbeizuschaffen, würden wir ordentlich viel Arbeiten und sparen müssen, was aber wiederum der benötigten Zeit entgegenstand, die man braucht, um mit solch einem Fahrzeug überhaupt in entlegenen Gebieten unterwegs zu sein. Kurzum, mit unserem aktuellen Lebensmodell, schien das irgendwie nicht wirklich vereinbar zu sein.

 

Wir führten dann aber auch mal ein anderes Gedankenspiel durch und überlegten, was wir denn jetzt machen würden, wenn wir das Fahrzeug tatsächlich schon hätten! Herauskam, dass es wohl kaum Sinn macht, mit einem wirklich geländegängigen Fahrzeug, riesigen Stollenreifen, Untersetzungsgetriebe und drei Sperrdifferentialen, in Europa zu 90% auf Asphalt unterwegs zu sein. So ein Fahrzeug gehört dorthin, wo man es auch wirklich benötigt, in Schlamm, Dreck und unwegsames Gelände, aber für uns als Naturfotografen, bietet sich in unserer Umgebung eine gigantische Fülle an Zielen an, die wir mit einem normalen Camper super erreichen können.

So wurde uns bewusst, dass wir uns lieber den naheliegenden Traum eines kleinen mobilen Zuhauses erfüllen sollten, mit dem wir in den nächsten Jahren Europa erkunden würden, bevor unser Lebensmodell solch große Gefährte wie den Iveco Daily von Kerkamm überhaupt sinnvoll erscheinen lässt und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

 

Fangen wir klein an!

Wir begannen, uns über die verschiedenen Fahrzeuge zu informieren und starteten mit einer ganz naheliegenden Lösung. Da meine Eltern seit ich klein war immer VW-Busse hatten, die sie selbst zum Camper ausgebaut hatten, schauten wir uns den VW California an.

Noch während wir uns genauer über diesen informierten, fassten wir auch VW Busse anderer Ausbauer ins Auge und erweiterten unseren Suchradius auf Fahrzeuge mit Hochdach, doch dazu gleich mehr.

Verschiedene Aspekte trieben uns dabei, deren Bedeutung sich jedoch im Laufe unserer Recherche immer weiter verschieben sollte.

  • Wir wollten mit dem Fahrzeug kurze Wochenendtrips unternehmen, genauso wie 4-wöchige Urlaube
  • Wir wollten möglichst autark sein können
  • Wir wollten Allradantrieb und Differentialsperren haben, um auch mal abseits befestigter Wege unterwegs sein zu können
  • Wir wollten genug Platz, um auch einmal ein oder zwei Tage in dem Fahrzeug ausharren zu können
  • Wir wollten auch im Winter unterwegs sein

Zunächst sah der VW California hier spannend aus. Zum Zeitpunkt unserer Recherche gab es diesen in drei Editionen und zwar Beach, Coast und Ocean. Während der Beach von vorneherein ausschied, weil er keine Küchenzeile eingebaut hat, sah der Coast ideal aus, weil der Ocean mehr Luxus enthielt den wir ohnehin nicht haben wollten, wie z.B. ein elektrisch betätigtes Aufstelldach.

 

Wir schauten und also bei nächster Gelegenheit einen VW California Coast an und waren zunächst auch recht angetan von dem Fahrzeug, fanden aber schnell ein paar Kritikpunkte die uns nicht gefielen.

Zum einen fing das schnell an mit dem Innenausbau. Die Bauweise der Möbel aus Aluminium-Sandwichplatten mag zwar robust und leicht sein, auf der anderen Seite bohrt man hier nicht mal eben ein paar Löcher und befestigt noch etwas.

Wozu sollte man auch?

Man kommt ganz schnell auf diesen Gedanken, wenn man den Kleiderschrank sieht, in dem eine Kleiderstange zum aufhängen von Klamotten vorhanden ist, aber keine Regalböden. Nun, wir werden weniger Anzüge und Hemden mit auf unsere Touren nehmen, als gefaltete T-Shirts und Hosen in Stapeln. Zwar findet man Lösungen für den nachträglichen Einbau von Regalböden und in einschlägigen Foren gibt es tolle Tipps, aber wenn man sich dann schon mit Klebeschienen behelfen muss, an denen die Regalböden befestigt werden, wird es komisch. Weiterhin hat VW dem Schrank eine Rollotür verpasst, die um die Ecke geht. nicht nur traue ich Rollotüren nicht, was deren jahrelange Haltbarkeit angeht, sondern durch die Über-Ecke-Tür fehlt auch noch eine Ecke um Regalböden abzustützen.

 

Weiter machten wir uns Gedanken, dass das Aufstelldach zwar das Auto schön kompakt macht, wenn man unterwegs ist, aber wenn es mal mehrere Grad minus draußen hat, wird so ein Stoffdach ganz schön kalt. Zwar gibt es für die Standheizung Schläuche um die heiße Luft nach oben zu leiten, aber einerseits verliert man dann natürlich Unmengen Energie nach draußen, andererseits mutet es schon seltsam an, wenn man von Anfang an mit Bastellösungen leben muss.

Auch wurde uns klar, dass wenn einer sich mal hinlegen möchte und der andere sitzen möchte, es eng wird. Dann muss man nämlich im Aufstelldach die Liegefläche runterziehen, womit man unten die Stehhöhe verliert. Klar, mit alledem kann man auch leben, aber wenn man 4 Wochen in dem Teil wohnen möchte und auch mal mit 2 oder mehr Tagen richtig schlechtem Wetter rechnen muss, wird es vielleicht doch etwas eng.

Eine weitere Sache gefiel uns auch so überhaupt garnicht, hier waren wir wirklich enttäuscht. Die vorderen Sitze lassen sich nicht bei geschlossenen Türen drehen! Man muss zumindest kurz die Tür öffnen, um beim Drehen des Sitzes an der Türverkleidung vorbeizukommen. Klar, kann man überleben, aber muss das wirklich sein? Wenn es draußen regnet, will ich doch die Türen nicht öffnen müssen?

 

Ok, etwas größer darf es sein

So kamen wir dazu, uns bei Bussen mit Hochdach umzusehen und der Westfalia Club Joker lief uns über den Weg. Schön hell im Innenraum, eine Küchenzeile zum Stehen und sogar ein kleines Klo und eine Dusche? Wow. Das alles in einem VW Bus mit langem Radstand, wir waren zunächst begeistert.

Die Begeisterung wich an drei Stellen, die sich später bei einer Besichtigung des Fahrzeugs auch bestätigen sollten. Die Qualität des Innenausbaus lässt teils zu wünschen übrig, davon hatten wir auch schon gelesen. Weiterhin ist die Dusche keine sehr sinnvolle Konstruktion. Sie wird mit Faltwänden abgetrennt und wenn die Dusche bzw. das Klo offen ist, wird dieser Platz auch benötigt um in der Küche zu arbeiten. Man steht dann also quasi halb in der Küche, halb in der Dusche. Besonders blöd ist aber, dass die Bänder, mit denen die Falttüren bei Nichtgebrauch der Dusche offen gehalten werden, schön stramm sitzen und so schon die Türdichtungen beschädigen. das erschien uns alles nicht besonders durchdacht.

So wurde uns klar, dass ein Klo und eine Dusche in einem VW-Bus wohl nicht besonders einfach unterzubringen sind. Nichtsdestotrotz ist der Westfalia Club Joker schon ein sehr cooles, stylisches Auto, nur eben nicht das, was wir gesucht haben.

Ach ja, das Problem mit den Drehsitzen gab es hier natürlich auch.

 

Das Teil soll ja 10 Jahre halten - vielleicht doch etwas Robusteres?

Weiter ging die Suche und wir landeten beim VW T6 Camper von Custom Bus. Der gefiel uns richtig gut, denn hier gab es einen robusten, massiven Möbelausbau, ein Hochdach und viel Platz in den Schränken. Beim Westfalia Club Joker war uns aufgefallen, dass wir keinen Gepäckraum mehr haben würden. Alles musste in Staufächern untergebracht werden, aber noch einen Grill und unsere Fotorucksäcke unterzubringen, würde schon schwierig. Beim Custom Bus Camper war noch sehr viel Platz im Kofferraum vorhanden, klasse!

Wir hatten bereits ein Fahrzeug fertig konfiguriert und einen Termin in Hannover ausgemacht um uns die Fahrzeug anzuschauen, als sich die Zweifel an einigen Punkten mehrten.

  • Das Hochdach dürfte letztlich innen noch eine Höhe von 50cm zur Verfügung stellen. Wer sich mal auf den Boden setzt und neben sich einen Zollstock hält, merkt schnell, wie beklemmend eng 50cm sind. Da kann man nicht mal mehr geduckt sitzen.
  • Auch hier gilt, wenn einer oben liegen will, hat der andere unten keine Stehhöhe mehr.
  • Die Autarkie bereitete uns Sorgen. Der Kühlschrank war mit 65 l größer als im California, der nur 42 l bereithält und wir konnten auch eine große 11kg Gasflasche mitnehmen, aber der Wasservorrat betrug sogar nur 2x 13 l, da war sogar der California mit 30 l besser ausgestattet.

Wir begannen auch mal verschiedene Szenarien durchzuspielen. Was z.B., wenn es draußen schüttet wie aus Kübeln und einer mal nachts aufs Klo muss?

Rückwärts raus aus dem Hochdach, runter, dort aufs Porta Potti und alle freuen sich im Bus dann über den Mief.

Gut, wir reden ja auch von Camping, nicht vom Hotelurlaub, aber so richtig glücklich stimmte uns das alles nicht. Auch waren wir preislich mitterweile immer weiter hoch gegangen, womit aber nun natürlich auch anderen Alternativen Tür und Tor offen standen.

Gut.....und die Drehsitze.....immer noch.

 

Bus oder nicht Bus - das ist hier die Frage!

So sah es nun danach aus, dass es für uns kein Bus in dieser Größe werden würde, sondern wir uns nach etwas geräumigeren würden umschauen müssen. Die Busse haben alle definitiv ihre Berechtigung, denn sie verbinden ein mehr oder minder alltagstaugliches Auto, mit dem man auch mal Einkaufen gehen oder die Kinder zur Schule bringen kann, mit dem Aspekt des Campings. Je nach Ausstattung und Aufbauvariante, liegt der Schwerpunkt dann mehr beim Alltag oder mehr beim Camping. Da wir aber ein Fahrzeug suchten, welches wir ausschließlich zum campen nutzen wollten, schienen die Busse nun doch nicht das Richtige für uns zu sein und so ging die Suche weiter.

 

Nichts Halbes nichts Ganzes - und nun?

So begannen wir die Suche auszuweiten und uns auch andere Fahrzeuge anzuschauen und der Zufall wollte es, dass ich eines Morgens über ein Video von einem LaStrada Regent S stolperte.

Vom Platzangebot her gefiel uns das schon viel viel besser und so begannen wir ernsthaft, uns Ausbauten in Mercedes Sprinter Kastenwagen anzuschauen. Preislich schien der Regent S auch in Reichweite, aber bei unserer weiteren Recherche fanden wir auch einige unzufriedene Stimmen, sowie einige Details die uns nicht gefielen. Bei unserer Suche lief uns dann auch eine weniger bekannte Alternative, nämlich der Rondo vom Ausbauer CS Reisemobile über den Weg.

 

Es hat Boom gemacht!

Nun ging alles recht fix. Wir verglichen die Eckdaten und waren begeistert. Hier konnte man sich ein ziemlich autarkes Fahrzeug zusammenstellen. Der Ausbau und dessen Qualität und Langlebigkeit wurde in vielen Foren gelobt. Wir fanden Reisende, die mit einem CS Fahrzeug schon Jahre unterwegs waren und zwar in Russland, auf Island und in Südamerika.

Unter anderem gefiel uns ein Artikel im Blog von Wolfgang und Ulrike sehr gut, denn hier wurde deutlich wie robust die Fahrzeuge sind. Auch in anderen Blogs und in Foren fanden wir sehr positive Berichte und so waren wir uns ziemlich sicher, unser Traumauto gefunden zu haben!

Die Eckdaten überzeugten uns von Anfang an.

  • 2x 11kg Gas für Kochen und Heizung
  • 100 l Frischwasser, 90 l Abwasser
  • 235 Ah Aufbaubatterie. Lithiumbatterie möglich
  • Bis zu 240 WP Solaranlage
  • 90 l Kompressorkühlschrank
  • Kassettentoilette und Dusche
  • Durch geringfügige Verbreiterungen am Heck, ein quer eingebautes Bett mit maximal 142cm Breite und 195cm Länge
  • Weiterhin ein großer Laderaum im Heck

Kurzentschlossen suchten wir uns einen Händler in Deutschland, fragten an, ob ein Rondo zur Besichtigung verfügbar wäre und jep, wir hatten Glück und fuhren los zur Fa. Syro Reisemobile.

 

Dort angekommen, wurden wir sehr freundlich empfangen, mit Getränken versorgt und durften so viel Zeit wie wir wollten in einem CS Rondo verbringen und konnten uns das Auto so wirklich genau anschauen und ein Gefühl dafür bekommen, wie wir es hier drin aushalten würden.

Wir waren hin und weg, das war unser Auto!

 

Jetzt machen wir Nägel mit Köpfen

Auf der Heimfahrt waren wir schon ganz aufgeregt und glücklich, alle möglichen Details wurden schon geplant. Zu Hause wurden noch 1-2 Wochen lang intensivst die Ausstattungslisten gewälzt, überlegt und kalkuliert und dann ging die Bestellung raus!

Tja und jetzt hieß es, erst einmal ein Dreivierteljahr warten, Zeit die wir gut nutzen konnten, um schon mal einiges an Equipment zu besorgen und die ersten Reiseziele zu planen.

 

Es ist soweit

Und jetzt TADAA war es endlich so weit!

Am Freitag den 15.3. holten wir unser Camperchen bei Syro in Dortmund ab.

Da steht er :-)

Wir haben uns für ein, wie wir finden, hübsches aber auch gleichzeitig unauffälliges Blaugrau entschieden und CS gebeten, jegliche Beklebung wegzulassen, damit das Auto möglichst nicht gleich als Camper zu erkennen ist. Bei CS ist dieser Sonderwunsch kein Problem :-)

 

 

Wir hatten eine nette Zeit bei Syro, uns wurde jedes Teil und jede Funktion ausführlichst erklärt und wir hatten nette Gespräche mit dem gesamten Syro-Team, einschließlich des Werkstatt-Teams!

Vielen Dank an dieser Stelle für die sehr nette Übergabe!

 

Jetzt aber zu unserem Camper!

Der CS Rondo ist ein Ausbau in einem Mercedes Sprinter mit normalem Radstand. Das Fahrzeug ist mit 2,02m breiter als ein VW T6, das merkt man gleich im Innenraum.

Ach ja, Thema Drehsitze. Kein Problem. Trotz geschlossener Türen kann man hier ganz einfach die Sitze drehen und zwar insgesamt mit weniger Akrobatik als im VW T6.

Weiterhin ist das Hochdach dieses Sprinters kein nachträglich aufgesetztes, was zum einen der Steifigkeit des Fahrzeugs entgegenkommen dürfte, zum anderen ergeben sich hieraus aber ein paar andere Vorteile.

Das Hochdach ist nichts anderes als ein von vorneherein höher aufgebautes Fahrzeug und es verjüngt sich nach oben nicht. Das merkten wir gleich als wir in dem Fahrzeug standen, das Auto wurde nach oben hin nicht enger. Ganz anders war dies im Westfalia Clubjoker und beim Custom Bus.

Der größte Clou ist aber, dass dadurch, dass das Auto vom Hersteller so hoch gebaut wird, auch die Schiebetür bis nach oben reicht. Bei einem VW Bus ist die Schiebetür viel niedriger, da das Hochdach ja nachträglich aufgesetzt wird. Beim Einstieg in einen Sprinter Kasten Ausbau muss man sich also nicht ducken und, was wirklich beeindruckend ist, wenn man mal drin gestanden hat, man steht an der Küchenzeile quasi halb im Freien, weil die Küchenzeile in die Öffnung der Schiebetür gezogen ist. Kochen wie am Panoramafenster.

 

 

Das gleiche Raumgefühl stellt sich dann an der gegenüberliegenden Sitzecke ein, die sehr gemütlich ist. Wir haben mal verschiedene Szenarien durchgespielt, auch mit geschlossener Tür. Einer kocht, einer will durchs Auto laufen, oder an die Sitzecke, oder aufs Klo, alles kein Problem, der Platz reicht dafür locker aus. Man fühlt sich zu keiner Zeit beengt, das hat uns richtig gut gefallen.

CS nutzt jeden Zentimeter im Auto sinnvoll für Stauraum aus, auch das hat uns beeindruckt, vor allem auch weil das Auto trotzdem sehr geräumig wirkt, was sicher auch an den vielen verfügbaren Dekoren liegt, die man eben auch sehr hell wählen kann, was dann dem Raumgefühl zugute kommt.

 

 

Und wenn es denn mal schütten sollte und wir die Türe zulassen müssten, es wäre immernoch sehr geräumig im Innenraum!

 

 

Blick nach hinten, Blick nach vorn, alles wirkt geräumig genug um es auch ein paar Tage bei Schlechtwetter hier auszuhalten.

 

 

Das Bad hat aus unserer Sicht genau die richtige Größe. Nicht zu eng, dass es klaustrophobisch wird, aber auch nicht zu verschwenderisch. Der Waschtisch wird elegant als Schublade in der Wand versteckt, wenn man ihn nicht braucht, so wird der Platz optimal genutzt.

Oben gibt es eine Dachluke zum Entlüften, die wie alle Fenster in dem Fahrzeug auch über ein Insektenschutznetz und eine Verdunkelung verfügt. Perfekt.

 

 

Das Bett ist ein Traum. Groß und geräumig, auch sitzen kann man gut, so kann man sich also auch mal hinten rumlümmeln oder am Notebook arbeiten, das wäre in den Hochdächern bei den VW Bussen nicht gegangen. CS verbaut den Großteil der Technik des Fahrzeugs unterm Bett, auch das hat uns gut gefallen, weil es sehr effizient ist.

Die kleinen Ausbuchtungen am Heck des Sprinters, ergeben die Bettlänge von 195cm. Super!

Der Ausbau macht insgesamt einen sehr hochwertigen Eindruck. Keine unschöne Ecke, nichts was nicht robust wirkt, wir sind absolut überzeugt.

Für Privatsphäre nach vorne heraus ist auch gesorgt, durch einen technisch im Vergleich zu anderen Lösungen völlig unkomplizierten Vorhang! Was VW da im California verbaut sieht zwar toll nach Hightech aus, aber wehe die Rollos fangen irgendwann an zu klemmen. Die Lösung bei CS ist einfach, unkompliziert und effektiv.

 

 

Der Laderaum im Heck ist sehr schön groß, da bringen wir alles unter, was nicht in die Staufächer im Fahrzeug gehört oder passt. Mit ein paar Euroboxen konnten wir den Laderaum super aufteilen und optimal ausnutzen. Auch hat uns sehr gefallen, dass CS den Schlafraum nach hinten verschließt. Öffnet man also die Hecktüren, ist der Schlafraum trotzdem abgeschlossen und es kann niemand reinschauen. Wenn also hinten einer schläft, kann trotzdem der andere was am Heck machen, ohne dass man gleich seine Privatsphäre verliert, top!

Abgesehen davon, verliert man natürlich auch nicht gleich die gesamte Wärme, wenn es mal kalt ist und man die Türen öffnen muss und auch Staub oder Regen sind kein Thema.

 

 

Viel Stauraum auch innen in den zahlreichen Schränken und Schubladen.

 

 

Wir haben insgesamt drei Dachhauben im Auto, die viel Helligkeit geben. Alle drei sind mit Insektenschutz und Verdunkelungsrollos ausgestatt, genauso wie die Fenster an der Sitzgruppe und in der Schiebetür sowie im Schlafbereich.

 

 

Hier zeigen wir euch unsere Ausstattungsliste und warum wir uns für die einzelnen Teile entschieden haben, vielleicht hilft sie ja bei eigenen Überlegungen.

  • Standardmotorisierung mit 163 PS
    Das sollte in der Regel reichen, wir wollen ja kein Rennen gewinnen. 120 km/h Reisegeschwindigkeit sind damit ohne Problem drin und am Berg würde uns der Motor nicht verhungern.
  • Heckantrieb
    Lange hatten wir einen Allradantrieb als absolutes Muss auf der Liste. Der Allrad ist bei Mercedes sehr teuer und zudem gibt es keine Differentialsperre, was doch recht sinnlos ist. Es gibt die Möglichkeit nachträglich einen Allrad auszurüsten, dann auch mit Differentialsperren, aber letztlich lernt man, dass ein Sprinter eben kein Geländefahrzeug ist. Die Verschränkung reicht nicht, um über größere Hindernisse zu kommen und so haben wir uns letztlich tief in die Augen geschaut und uns gesagt, dass wir einen solchen Allrad vermutlich eher selten brauchen werden, also haben wir das von der Liste gestrichen.
  • Rückfahrkamera und Radio mit Monitor dazu
    Wir haben uns entschlossen, die Einpark-Piepser wegzulassen, aber solch ein Gefährt ohne Rückfahrkamera zu rangieren, ist nicht toll. Außerdem müsste immer einer aussteigen und den Fahrer einweisen, was bei schlechtem Wetter auch kein Spaß ist. Daher die Rückfahrkamera, für die dann das Radio einen entsprechenden Monitor braucht.
    Wir haben uns für das kleine Radio mit 7" Bildschirm entschieden, da wir kein fest eingebautes Navi wollten. Für die Straßennavigation nehmen wir ein Garmin, das arbeitet gut mit unserer Planungssoftware am PC zusammen und zusätzlich werden wir ein Android-Tablet mit topografischen Karten im Cockpit befestigen.
  • Ladepaket Instrumententafel
    Hierdurch erhält man weitere Steckdosen im Ablagefach auf dem Armaturenbrett. Für uns sinnvoll, da wir mindestens das Navi sowie ein Tablet mit den topografischen Karten betreiben, aber auch nochmal ein Handy aufladen wollen.
    Steckdosen kann man nie genug haben.
  • Wärmeisolierung Fahrerhaus
    Irgendwie klar. Warum sollten wir kostbare Energie verschwenden, wenn wir heizen müssen.
  • Alarmanlage
    Die Bedieneinheit mit Leselichtern hätten wir sowieso genommen, bei der Alarmanlage ist diese mit drin, damit kostet die Alarmanlage nicht mehr so viel Aufpreis und ein Bisschen kann man seine Investition ja auch vor Langfingern schützen.
  • 93 Liter Treibstofftank
    Den wollten wir haben, um autarker zu sein und uns weniger Gedanken um Sprit machen zu müssen.
  • Tempomat ohne Abstandsautomatik
    Einen Tempomaten finden wir für entspannte Langstrecken sehr hilfreich. Die Abstandsautomatik war uns zu teuer.
  • Reserverad
    Besser als Abschleppdienst!
  • Elektrische Zuziehhilfe für die Schiebetür
    Zum einen macht man weniger Radau, wenn man die Tür zumacht, zum anderen schont man die Türmechanik auf Dauer.
  • Haltegriff am Einstieg der Schiebetür
    Wir werden ja auch nicht jünger! Spätestens wenn man den schweren Fotorucksack drauf hat, freut man sich vielleicht mal über den Griff.
  • Truma Combi 4 Gasheizung
    Wir haben uns gegen die Dieselheizung entschieden, zum einen wegen der Kosten, zum anderen scheinen die Dieselheizungen anfälliger für Störungen zu sein als die Gasheizungen. Auch mit größeren Höhen bekommen die Dieselheizungen eher Probleme. Wir gehen davon aus, dass wir bei unserem Reisezielgebiet Europa keine Probleme haben werden, Gas zu bekommen.
  • 235 Ah Gel Aufbaubatterie
    Wir haben uns aus Kostengründen gegen die Lithiumbatterie entschieden und auch, weil man diese später nachrüsten kann. CS verbaut einen Laderegler, an dem der Batterietyp eingestellt werden kann, so ist alles vorhanden, um später auf eine Lithiumbatterie umzurüsten. Der Vorteil der Lithiumbatterie ist, dass sie schneller geladen und entladen werden kann, also z.B. die vorhandene Leistung der Solarmodule effizienter entgegennehmen kann und man kann sie tiefer entladen als eine Gel Batterie, wodurch die nutzbare Kapazität steigt.
    Zunächst wollen wir mit der Gel Batterie zurecht kommen und evtl. später auf eine Lithiumbatterie umsteigen.
  • 240 WP Solaranlage
    Da uns unser erster Trip schon nach Skandinavien führen sollte, konnten wir uns schnell ausrechnen dass die Solaranlage so groß wie möglich sein sollte, auch da wir einige elektrische Geräte aufzuladen haben. Auch dürfte es später schwierig sein, hier noch einmal nachzurüsten und so entschieden wir uns für die größte Anlage von Anfang an.
  • Kein Wechselrichter
    Wir haben uns gegen den Einbau eines Wechselrichters entschieden, da wir seit unserem Namibiaurlaub für alle Geräte 12V Ladegeräte haben, bzw. der CS Rondo auch USB Steckdosen anbietet. Schließt man den Rondo an eine Stromversorgung an, wird diese Spannung zudem an die Steckdosen innen durchgeschleift, so dass es in diesem Fall doch möglich ist, Netzgeräte zu betreiben. Davon abgesehen lässt sich auch der Wechselrichter später problemlos nachrüsten.
  • Dachluke über dem Bett
    Die mussten wir unbedingt haben. Zum einen macht es das Heck hell und sorgt für Ausblick, zudem ist bei warmen Temperaturen eine gute Durchlüftung garantiert. Die muss man extra nehmen, im Standard ist diese Luke nicht enthalten.
  • Klapptisch
    Der ist ungemein praktisch, weil man ihn zum "Einsteigen" verschmälern kann. Davon abgesehen reicht ab und an auch mal der schmale Tisch, so ist man flexibel.
  • Sitzbank 501/85cm mit Dreipunktgurt
    Wir reisen zu zweit, daher ist uns der weitere Sitz während der Fahrt nicht wichtig, aber zum einen können wir hier gut einen Fotorucksack während der Fahrt sichern, zum anderen ist die Bank einfach gemütlicher zum Sitzen als der Einzelsitz.
  • Gassteckdose
    Genial, um einen Grill außen an den großen Gasflaschen des Fahrzeugs zu betreiben.
  • Truma Duo Control
    Ist die eine Gasflasche leer, schaltet dieses System auf die andere um. Nach allem was wir lesen, geht die Gasflasche typischerweise nachts aus.
    Wenn man schläft.
    Wenn die Heizung läuft.
    Wenn es kalt ist.
    Und nun muss man raus und auf die andere Flasche umstellen.
    Da haben wir dann nicht mehr lange nachdenken müssen.
  • Moskitonetz für die Schiebetür
    CS hat hier eine wirklich tolle Lösung. Das Netz wird mit einem in die Türdichtung eingearbeiteten Reißverschluss in der Schiebetür befestigt und bietet eine Öffnung mit Magnetverschluss zum Einsteigen ins Fahrzeug.

Bei Fragen bitte gerne melden, wir freuen uns, wenn wir weiterhelfen können!

 

Momentan sind wir noch ordentlich mit dem Einräumen und organisieren des Innenraums beschäftigt und so können wir bald auch mal über das Equipment und unsere Erfahrungen berichten.

Zunächst einmal wurde unser Camperchen eingeweiht, bei einem ersten Glas Wein und einer Liegeprobe im neuen Bett! Saugemütlich :-D

 

 

So, das ist also unsere neue rollende Basisstation, die uns hoffentlich viele glückliche Jahre begleiten und uns so manches Abenteuer ermöglichen wird!

 

Wir werden immer mal wieder von unseren Erfahrungen mit dem Fahrzeug berichten, von kleinen Tipps und Tricks und natürlich Modifikationen, die wir vorgenommen haben, also stay tuned!

 

LG Tom

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Kommentare: 5
  • #1

    Silvia (Sonntag, 17 März 2019 17:43)

    Tolles Teil!
    Würd ich auch nehmen :-)
    ... sieht wirklich alles sehr durchdacht aus.
    Wünsche euch, dass ihr damit viele schöne Stunden auf tollen Reisen habt.
    Liebe Grüße Silvia

  • #2

    Hans-Peter Heneka (Montag, 18 März 2019 16:56)

    Hi, einen tollen Camper mit sinnvoller Ausstattung habt ihr euch zugelegt, geräumig und ein tolles großes Bett, die Platzierung des großen Kühlschranks finde ich super Idee, damit bekommt man einen tollen Stauraum unter der Spüle. Nur bei der Farbe des Fahrzeugs bin ich mir nicht schlüssig ob ich ihn so nehmen würde, aber da hat ja jeder seinen eigenen Geschmack. Solltet ihr mal nicht mehr wissen wohin damit (ha-ha) ich würde ihn trotzdem nehmen ��
    Zum Abschluss wünsche ich euch noch viel Spaß bei euren zukünftigen Abenteuern und immer ein unfallfreies nach Hause kommen!
    LG HaPe

  • #3

    Tom (Montag, 18 März 2019 17:42)

    Hey Silvia, hey Hans-Peter,
    vielen Dank für eure netten Kommentare und die guten Wünsche, darüber haben wir uns sehr gefreut :-)
    Noch sind wir viel beschäftigt mit Einräumen, ausknobeln was wo wie passt und lernen, wie die ganze Technik funktioniert. Eben erst mal Wasser aus dem Toilettentank abgelassen und schon schön die Hose nass ;-D
    Aber so läuft das halt am Anfang.
    Bald geht's los zur ersten Tour und wir sehen uns dann sicher auch bald mal mit Camperchen!
    Euch beiden eine gute Woche, bis bald und ganz liebe Grüße,
    Tom & Heike

  • #4

    Michaela (Dienstag, 19 März 2019 16:35)

    Da habt ihr Euch aber ein feines Teil ausgesucht - und mir damit die Nase noch länger gemacht.
    Hoffe, ihr kommt damit wirklich mal bei mir vorbei.

    Wünsche Euch auf jeden Fall schon mal viel Spaß damit

    LG Michaela

  • #5

    Tom (Dienstag, 19 März 2019 17:14)

    Hi Michaela,

    ich hoffe mit der Nase geht's bald wieder ;-)
    Ja Du, auf jeden Fall kommen wir mal bei Dir vorbei, versprochen!

    Danke Dir und liebe Grüße,
    Tom