Namibia! Zurück im Land von Licht und Weite - Teil 3 - Auf in kühlere Regionen

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Reiseberichts Namibia 2021 bis Sesriem gekommen waren, wo wir dann doch einige Probleme mit unserem Auto hatten, von Mücken gefressen worden waren und beschlossen hatten, der Bruthitze zu entfliehen, geht es jetzt auf unserer neu geplanten Route Richtung Nordosten, in kühleres Gebiet. Uns erwarteten schöne Begegnungen mit süßen kleinen Nagetieren, spannende Begegnungen mit Schlangen und Spinnen und ein paar ganz besondere Erlebnisse mit Nashörnern und Geparden.

 

 

 

7.4. - Auf nach Buellsport
Nach einem erholsamen Schlaf wachten wir auf, machten uns fertig und gingen frühstücken. Auf einmal bemerkte Tom, dass Kevin von Avis Safari Rentals bereits mit dem anderen Auto da war. Eigentlich hatten wir uns auf 10 bis 11 Uhr eingerichtet, jetzt war es 8 Uhr. Nach Rücksprache mit ihm, gab es ein Missverständnis mit Jan, so dass Kevin viel mehr Fahrzeit einberechnet hatte als benötigt und mit seiner Begleiterin mitten in der Nacht losgefahren war. Wir luden die beiden auf ein Frühstück ein, denn das war das mindeste, was wir für sie tun konnten. So frühstückten wir noch zu Ende und holten dann unseren Kram aus dem Zimmer. An der Rezeption bedankten wir uns noch sehr für das Fertigmachen des Zimmers gestern und gaben natürlich auch ein entsprechendes Trinkgeld. Leider war die Frau, die das angeleiert hatte nicht da - wir hätten uns gerne bei ihr persönlich für die ruhige Nacht bedankt.

Dann ging es zum Umpacken. Bei dem anderen Fahrzeug fielen uns gleich ein paar Änderungen auf - wir hatten viel weniger Platz, um unsere Lebensmittel im Küchenbereich unterzubringen. Die Kühlbox war zwar dieselbe, aber quer eingebaut, ohne Auszug und oben gab es ein Loch in den Innenraum der Schlafkabine. Also war klar, dass wir hier immer aufpassen mussten, dass uns keine Mücken etc. ins Auto reinfliegen und wir somit die Klappe immer wieder zumachen sollten.

Außerdem gab es leider keine Arbeitsfläche mehr an der Küche und die Kühlbox konnte ja nun abends auch nicht mehr als Ablagefläche genutzt werden. Hm, ok, kochen würden wir dann wohl anders müssen.

Auch der Innenbereich war anders aufgebaut und die Klappe hinten war noch schwieriger zu schließen als die vom anderen Fahrzeug, vor allem von innen. Wie auch beim alten Auto ging der linke Verschluss der Heckklappe nicht richtig, so dass der rechte alles halten musste. Es war insgesamt alles ein bisschen unkomfortabler als beim Alten. Aber Hauptsache, es fuhr ohne Probleme - wir waren ja dankbar, dass wir überhaupt ein neues Auto und das auch noch so schnell und unkompliziert bekommen hatten. Mit allen anderen Kleinigkeiten würden wir irgendwie zurecht kommen.

Während es wieder heiß wurde, packten wir alles um, fuhren zur Tanke, um beide Tanks zu füllen und dann nochmal zum NWR-Shop, wo wir dann doch noch die nette Frau trafen, die sich um unser Moskitoproblem gekümmert hatte. Mit ihr hielten wir noch einen netten Plausch, kauften Wasser und ab ging es nach Solitaire, wo wir uns noch mit Grillanzünder eindeckten. Jetzt weiter nach Buellsport, wo wir bereits 2017 das erste Mal waren. Wir hatten jetzt die Campsite an der Ruine der alten Polizeistation reserviert, bekamen wieder an der Rezeption eine Kiste mit allem drum und dran ausgehändigt und fuhren mit Begleitung zur Campsite. Diese war wieder herrlich mitten in den Hügeln gelegen. Wir stellten uns unter einen Baum direkt an das Sanitärhäuschen, packten Tisch und Stühle aus und relaxten mit Blick in die Berge. Um uns herum ein paar Vögelchen, jede Menge Sattelschrecken und wir genossen die angenehmeren Temperaturen. Es war zwar immer noch heiß, aber gut erträglich im Schatten. Irgendwann konnten wir eine Gruppe Paviane beobachten, die es sich in den Bäumen gemütlich machten und mit einer beneidenswerten Gewandtheit die steinigen Hügel erklommen. Die Paviane hatten uns bemerkt und hielten einen respektvollen Abstand.

 

 

 

Irgendwann kam Tom, der gerade das Duschhäuschen inspiziert hatte und sagte, Heike, Du musst bitte die Spinne entfernen. So fasziniert Tom von Spinnen auch war wenn es ans Fotografieren ging, wie von allem Getier, so wenig begeistert war er davon, eine größere Spinne in der Dusche sitzen zu haben.

Alles klar, bewaffnet mit einer Box mit Deckel und unserem Hocker ging es für Ritter Heike auf in die Dusche. Leider konnte Heike dank ihrer frozen shoulder ihren linken Arm nicht nach oben bewegen, so dass wir improvisieren mussten. Wir beschlossen, die Spinne mit einem kleinen Schwall Wasser nach draußen zu bugsieren. Dies klappte auch gut, dort fingen wir die Spinne ein und setzten sie ein Stück weiter unversehrt wieder aus in die Sonne zum trocknen wo sie kurz darauf weglief.

 

 

Dann schauten wir uns die Dusche wieder an. Und auf einmal tauchte eine blau-gräuliche Schlange oben auf einem der Dachbalken auf. Sie schlängelte sich an diesem entlang und wir gingen schnell nach draußen und sahen noch ihren Schwanz runterhängen. Dann war der auch weg. Sie war in irgendwelchen größeren Ritzen verschwunden.

 

Hm, irgendwie war es uns jetzt nicht mehr so angenehm, hier zu duschen, da die Schlange ja wieder auftauchen konnte und wir keine Ahnung hatten, um was für eine es sich handelte. Auch war die Dusche ein enger schmaler Raum, an dessen Ende die Dusche war. Würde man hier stehen und die Schlange käme wieder herein, könnte man kaum an dieser vorbei nach draußen, ohne ihr sehr nahe zu kommen, wodurch sie sich womöglich bedroht fühlen würde.

Nach einiger Zeit dachten wir, die Schlange wäre verschwunden, dann hörten wir sie plötzlich am Blechdach entlang schlängeln. Ok, die Dusche hier war somit für uns gestorben!

 

Aber wir hatten ja eine Dusche am Camper, die wir noch nie ausprobiert hatten. Und wir waren alleine. Also ging es unter die Camperdusche, die uns die nötige Erfrischung brachte. Sehr schön! Jetzt machten wir uns einen leckeren Salat, zündeten danach das Lagerfeuer an und holten den Sekt raus, den wir mittags in Solitaire gekauft hatten. Rund um uns nur Natur, Stille, höchstens Vogelgezwitscher oder Paviangebell - es war herrlich und wir genossen den Abend in vollen Zügen und verfeuerten das gesamte Holz, das wir am Hideout bekommen hatten.

Zwischendurch beobachteten wir noch die zahlreichen Sattelschrecken inklusive eines Fights, weil die eine am Kadaver einer Schrecke mampfte, auf die auf einmal eine andere auch Anspruch erhob. Die letztere wurde dann unter lautem Gezische und Gerangel vertrieben. Wie zäh diese Schrecken waren, stellte sich auch noch heraus, denn Heike postierte versehentlich ihren Stuhl auf einer Schrecke und setzte sich, bis Tom auf das Malheur hinwies. Heike dachte, die Schrecke sei hin, aber nachdem der Stuhl hochgehoben wurde, rannte diese absolut unversehrt und unter lautem Gezeter davon!

Nachdem die Sonne untergegangen war, konnten wir noch ein paar Felsenratten beobachten und fotografieren. Aber es war schon zu dunkel für wirklich gute Bilder und so kümmerten wir uns wieder um unser Feuer. Tom machte später noch Sternfotos mit Camper und dann gingen wir hochzufrieden mit dem Tag ins Bett.

 


8.4. - Niedliche Nager und eine tolle Begegnung mit Nashörnern am Waterberg
Die frische Luft hier in Buellsport tat richtig gut, Heike brauchte sogar ihr Fleece nach dem Aufstehen. Wir frühstückten, schauten nochmal nach der Schlange, die wir aber nicht mehr sahen und auf einmal tauchten wieder die Felsenratten auf und saßen in der Morgensonne. Wie schön! So pirschten wir uns ran und fotografierten und sahen an einigen Steinen weiter hinten weitere Felsenratten mit einem Jungtier. Das war absolut putzig anzuschauen und auch hier pirschten wir uns heran und machten Fotos. Das Kleine und die Eltern ließen uns recht nahe heran und es war einfach herrlich, diese zu beobachten. Vor allem von dem süßen Kleinen konnten wir nicht genug bekommen.

 

 

 

Irgendwann verschwanden die Nager zwischen den Steinen und wir ließen die Familie in Ruhe, machten alles weiter fertig und fuhren zur Buellsport Guest Farm, wo wir von der ganzen Meute Hundis freudig begrüßt wurden. Wir sprachen mit dem Inhaber noch über die Schlange, weil wir interessiert waren, um welche Art es sich handeln könnte. Er meinte nach unseren Beschreibungen, dass es eventuell eine junge schwarze Mamba gewesen sein konnte. Na dann war es ja ganz gut, dass wir uns sehr vorsichtig verhalten hatten!

Wir bezahlten und verließen Buellsport mit dem Wunsch, wiederzukommen. Es ging weiter in Richtung Windhoek. In Rehoboth kauften wir noch ein paar Sachen im Spar und holten Geld, dann ging es über Windhoek zur Immanuel Wilderness Lodge, in der wir für eine Nacht ein Zimmer gebucht hatten. Während der Fahr sahen wir ein paar schöne Echsen an einer Felsgruppe am Straßenrand und einen schönen Nektarvogel.

 

 

 

Bei der Lodge angekommen, machten wir uns frisch und setzten uns draußen Richtung Wasserloch. Außer den angefütterten Springböcken und einem Bontebok ließen sich einige Vögel und eine Fuchsmanguste blicken. Wir aßen ein kleines Sandwich und genossen den frischen Wind.

Abends gab es ganz ein hervorragendes Dinner - besser hatten wir in diesem Urlaub noch nicht gegessen. Wir waren pappsatt, schauten noch ein wenig aufs Wasserloch, an dem sich nichts tat und fielen zufrieden ins kuschelige Bett.

 

 

9.4. - Kein Durchkommen am Waterberg
Die Autobahn in der Nähe dröhnte recht laut und die Hähne der benachbarten Hühnerfarm krähten um die Wette, aber wir hatten gut schlafen können. Morgens begrüßten uns die zwei Katzen und der Hund von der Lodge und wir gingen zum Frühstück, das verlockend aussah. Nach leckeren Brötchen, einem Omelett und genügend Kaffee fuhren wir los zum Waterberg.

 

Die Strecke war wunderbar grün nach der guten Regenzeit und die Fahrt ansonsten recht unspektakulär. Wir bekamen die Campsite 1 zugewiesen und wollten uns erstmal ein Ankunftsbierchen genehmigen. Da sahen wir, dass unser Kühlschrank auf 17 Grad hochgegangen war und rot blinkte. Nach mehreren Stecker raus und Power on/off Versuchen schaltete er sich wieder ein und die Temperatur ging ganz langsam runter.

 

Nachdem Heike Wäsche gewaschen hatte, hatte Tom sich das Thema mit dem Kühlschrank genauer angeschaut und festgestellt, dass offenbar unsere 2. Batterie sich nicht mehr aufladen ließ, weshalb dann der Kühlschrank abschaltete um die Batterie vor Tiefentladung zu schützen. Tom ging hoch zur Lodge, um zu telefonieren. Er vereinbarte mit Jan, dass wir uns eine andere Batterie in Otjiwarongo einbauen lassen können. Wir sollten vorher nochmal anrufen. Zudem sollten wir den Kühlschrank auf eine niedrigere Abschaltspannung einstellen, so könnte dieser noch weiter kühlen, auch wenn das die bereits angeschlagene Batterie weiter belasten würde, aber die war wahrscheinlich nicht mehr zu retten, also konnten wir sie auch tiefentladen.

Nach Rückfrage an der Rezeption gab es eine Steckdose, die allerdings von einem Camper besetzt war und der Fahrer war weit und breit nicht zu sehen, also fiel diese Option flach und die Batterie musste weiter leiden.

Wir vereinbarten für den nächsten Morgen um 8 Uhr noch das Rhino Tracking für uns zwei und wollten heute noch den Anderson trail laufen bis zur Quelle. Wir starteten nachmittags mit langen Hosen und Wanderschuhen doch schon am Beginn des Trails sahen wir, dass dieser wirklich ziemlich dicht zugewachsen war. Ein Jahr Corona mit wenig Gästen hatte seine Spuren hinterlassen - bzw. in diesem Fall eben keine Spuren, dafür dichte Vegetation!

So mussten wir ziemlich aufpassen, wo wir hintraten und hatten nach kurzer Zeit schon jede Menge Kletten an der Hose. Nach einer Weile nahm Heike eine Bewegung links neben sich im Baum wahr und sah eine grüne Schlange, wie sich später bestimmen ließ, eine Boomslang, die ein bisschen erschreckt das Weite suchte. Ah ja, schon die zweite Schlange, die wir nun gesehen hatten.

 

Es ging langsam weiter, bis Tom das erste Golden Orb Spider Netz entdeckte, unter dem wir uns aber noch irgendwie durchhangeln konnten. Schon tauchten weitere Netze links und rechts des Weges auf. Wir gingen noch ein Stück, dann sahen wir ein großes Netz komplett über den Trail gespannt. Links und rechts gab es kein Durchkommen wegen dichter Vegetation mit Büschen und Sträuchern und so brachen wir unsere Wanderung ab, gingen wieder zurück und liefen die Straße Richtung Anderson Campsite. Hier und da leuchtete noch ein schöner Baum für uns und die Felsen glühten, bis wir kurz nach Sonnenuntergang am Camper ankamen. Das war eine kurze Wanderung gewesen!

Heute Abend gab es mal wieder Salat und kein opulentes 4-Gänge-Dinner, was auch mal wieder gut tat. Es ging früh zu Bett - wir waren ganz schön K.O.

 

 

 

10.4. - Nashörner! Ganz nah!
Früh auf, frühstücken und ab zur Rezeption. Dort hofften wir noch kurz, die einzigen zu sein, die das Rhino tracking gebucht hatten, bis weitere 4 Personen kamen, aber alle schienen nett zu sein! Zusammen mit unserem Tracker ging es dann zu Fuß los. Erst noch auf der Straße, dann bald in die hohen Gräser. Tom hatte am Vortag schon Allergie bekommen, heute wurde es ziemlich verstärkt durch das Laufen durch das hohe Gras. So lief die Nase, die Augen juckten. Wer hätte das gedacht, dass er in Namibia solche Probleme bekommen würde? 2017 war davon noch nichts zu spüren. Aber natürlich hatte die gute Regenzeit hier eine großen Anteil daran.

Wir liefern über den Trail, unser Tracker erklärte uns die interessantesten Spuren von einer braunen Hyäne, den Giraffen und etlichem mehr und wir genossen die Szenerie. Das Licht fing schon an, greller zu werden, als wir auf die ersten Nashörner trafen. Eine Mutter mit ihrem älteren Jungtier, beide dösten noch in der Morgensonne und schauten unaufgeregt zu uns herüber.

Hier am Waterberg werden die Rhinos in der Nacht aufgespürt (auch wegen möglicher Wilderer), so dass die Tracker immer wissen, wo sie hinzugehen haben mit den Gästen. Wir beobachteten die Tiere und fotografierten natürlich auch. Zudem erfuhren wir einiges Wissenswerte über die beiden. Angefangen hatten sie 2009 mit zwei Nashörnern, mittlerweile waren es 7 Exemplare. Es durfte allerdings immer nur ein Männchen geben, da es ansonsten zu schlimmen Kämpfen zwischen den Tieren kommen würde. Da alle Jungtiere derzeit Männchen waren, würden sie diese irgendwann an andere Nature Reserves abgeben müssen.

Es ging weiter und kurz darauf trafen wir zwei andere Tiere, ebenfalls ein Muttertier mit einem älteren Jungtier. Das Muttertier war schon zweimal angeschossen worden, so dass es anfangs extrem scheu war, was sich aber im Laufe der Zeit gelegt hatte. Wir konnten sogar ca. 15 bis 20 Meter heran gehen, was sich wirklich toll anfühlte. Auf einmal kamen die zwei anderen Tiere, die wir vorher gesehen hatten, heran und die vier begrüßten sich. Schön, so viele Nashörner zusammen zu sehen.

 

 

 

Wir ließen uns Zeit und gingen dann langsam von dannen. Toms Allergie wurde immer schlimmer und wir beschlossen, aufgrund dessen und auch, weil wir keinen Trail hier laufen konnten, da alles so stark zugewachsen war, wie wir auch von anderen Touris hörten, dass wir heute noch den Waterberg verlassen würden. Wir wollten unsere Batterie in Otjiwarango holen und weiter nach Onguma fahren, in der Hoffnung, dass die Pollen, die Tom das Leben schwer machten, dort etwas weniger sein würden.

 

Wir machten also alles fertig, gingen nochmal unter die Dusche und riefen Jan von der Rezeption aus an. Er fragte, wie lange wir nach Otjiwarongo bräuchten. Hm, keine Ahnung, vielleicht eine Stunde oder etwas länger? Alles klar, würde passen, meinte er. Wir sollten dort zu Dunlop fahren. Wir fuhren los, kamen gegen 13:15 Uhr an und bei Dunlop... war alles zu!

 

Hm, was jetzt. Wir fuhren zur Shell gegenüber und tankten erstmal. Dann fragten wir einen der Mitarbeiter, ob wir telefonieren dürften und erklärten ihm die Situation. Sofort war er bereit uns zu helfen und rief von sich aus Jan an. Dunlop habe leider nur bis 13 Uhr offen und wir seien zu spät dran, meinte er. Na super, hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns danach richten können. Der Shell-Mitarbeiter versuchte daraufhin, Dunlop unter einer anderen Nummer zu erreichen bzw. diese erstmal im Telefonbuch ausfindig zu machen, während Jan ebenfalls weiter telefonierte und uns unter der Nummer des Handys zurück rufen wollte.

 

Ein wildes Hin-und her-Telefonieren begann, dann hatten wir jemanden von Dunlop am Ohr, der sich das aber erst die Kostenübernahme von Jan bestätigen lassen wollte. Dann jedoch meldete sich Jan mit der Nachricht, es würde gleich Andrew kommen. Ok, jetzt ging alles ziemlich durcheinander!

Plötzlich fuhr ein kleines Auto mit zwei Männern im Schleichtempo um uns herum, dann stieg einer aus, schaute Tom fragend an und fragte "Thomas?".

Schnell fanden wir heraus, dass die beiden mit Jan in Kontakt gewesen waren und hier waren, um unser Batterieproblem zu lösen.

Ok, dann konnten wir dem Herrn von Dunlop ja wieder absagen.

 

Die Probleme wurden nun aber nicht weniger. Es musste zunächst mal eine Batterie beschafft werden - ok, das hätte man jetzt bei Dunlop gleich haben können, jetzt musste es eine aus dem "reichhaltigen" Angebot der Tankstelle sein. Es wurde dann keine Batterie, wie sie sich für eine Aufbaubatterie eines Campers eignet, sondern eine Starterbatterie. Naja, ist ja nicht unser Auto und muss ja auch nur ein paar Tage halten.

Die nächste Hürde waren die Anschlüsse, denn die passten nicht, also mussten Adapter her. Die Tankstelle hatte sogar welche aber...nur für den einen Batteriepol, nicht für den anderen und die sind unterschiedlich, um ein Vertauschen zu verhindern. Also musste gebastelt werden.

Während der Bastelei fuhr ein weiteres Auto an uns vorbei, aus dem jemand herausschaute, den wiederum die zwei Herren aus dem kleinen Auto kannten, die an unserem Camper herumbastelten. Der besorgte dann Draht zum basteln.

Letzten Endes schien es, als sei halb Otjiwarongo irgendwie an der Reparatur unseres Campers beteiligt und nachdem wir die drei Hauptakteure identifiziert hatten und die Batterie mehr oder weniger eingebaut war, spendierten wir denen allen ein Bier oder Eis und bedankten uns ganz lieb für die coole Aktion mitten in der brütenden Sonne.

Die Batterie war zwar der falsche Typ, die Anschlüsse ziemlich gebastelt, es waren Teile übriggeblieben und die Batterie war genauso leer wie die alte, aber vielleicht hatten wir ja Glück und sie würde sich zumindest laden lassen.

Wir wollten jetzt aber auch mal weiter :-)

 

 

 

Alle freuten sich, Spaß hatte die Aktion schon gemacht und nachdem sich der Auflauf aufgelöst hatte, fuhren wir weiter. Jetzt war es schon nach 15 Uhr und wir mussten noch nach Onguma fahren, knappe 300 km. Ok, würden wir noch schaffen, bevor es dunkel wird. Hoffentlich würden wir in Onguma noch einen Platz bekommen. Allerdings hatten wir bislang keine Probleme gehabt, einen zu bekommen. Wir wollten möglichst in die Lodge und abends noch das Dinner genießen. So düsten wir mit 120kmh auf der Teerstraße lang und kamen um kurz vor 18 Uhr an - die Batterie sollte jetzt aber sowas von voll sein, wenn wir ankommen!

 

Leider war in den Lodges nichts mehr frei, weil gerade ein Filmteam aus Deutschland vor Ort war, nur noch in The Fort, den monsterteuren Luxussuiten hätten wir etwas bekommen. Das wollten wir unserem Budget dann doch nicht antun, so dass wir auf die Tamboti-Campsite fuhren.

Nach mehreren Telefonaten seitens des Rezeptionisten konnten wir im The Fort noch Dinner bekommen, was wir dankbar annahmen. Beim Fort kam sogleich ein Angestellter herbei, der uns begrüßte und nach drinnen begleitete. Ganz schön nobel das ganze Gebäude, vorne gab es ein großes Wasserloch in Richtung Sonnenuntergang. Wir setzten uns und Heike bestellte einen Gin Tonic. Natürlich gab es hier nicht einfach nur Gin Tonic. Nein, sie musste aus 15 Gin-Sorten wählen und auch das Tonic Water wollte ausgesucht werden.

 

 

 

Zum Dinner ging es hoch auf die Terrasse, zwischendurch sahen wir wahrscheinlich zum Erschrecken der Angestellten noch eine kleinere Schlange, die sich wild hin-und her schlängelte (Nummer 3 diesen Urlaub), dort nahmen wir unsere Plätze ein und bekamen ein leckeres 4-Gänge-Menü ein.

Es war schon alles sehr lecker, aber das Essen bei der Immanuel Wilderness Lodge war nicht zu toppen. Zudem war das Ambiente mit zwei anderen Tischen etwas angespannt. Es wurde beinahe nur geflüstert und wir merkten wieder, dass wir uns in solch gefühlt gehobenen Kreisen (die Lodge war das teuerste, was hier zu buchen war) nicht besonders wohl fühlten. Aber Ausblick und Essen hatten sich dennoch gelohnt. Es ging im Scheckentempo nachts zur Campsite, wir entdeckten noch drei Stachelschweine, dann gings ab ins Bett.

 


11.4. - Faulenzen am Wasserloch und ein Wahnsinnserlebnis mit Cheetahs
Heute war Nichtstun angesagt. Wir aßen ein kleines Frühstück, buchten noch den Sundownerdrive und setzen uns mit einer großen Flasche Wasser ans Wasserloch. Dort tat sich nicht so viel mit Antilopen oder anderem großen Getier. Aber wir konnten hervorragend die Schwärme an Blutwebervögeln beobachten und die Jagd von Raubvögeln (little Sparrowhawk) auf die kleinen Vögel, die auch immer wieder gelang. Davon abgesehen vergnügten wir uns mit den süßen kleinen Hörnchen auf dem Campingplatz und so vergingen die Stunden, während wir das Verhalten der Vögel beobachteten, Reisebericht schrieben und unseren Verwandten zuhause mal wieder ein Update gaben. Toms Allergie ging zum Glück zurück, so dass es für ihn wieder erträglich war.

 

 

 

Um 17:30 Uhr ging der Sundownwer Drive los - wir waren die einzigen Gäste. Unser Fahrer düste mit uns übers Gelände und wir genossen es, einfach nur in die schöne Landschaft schauen zu können. Ab und an gab es Antilopen und Riesentrappen zu sehen.

Auf einmal gab unser Fahrer richtig Gas und wir fuhren mit bestimmt 70kmh über die Ruckelpiste. Festhalten war da angesagt. Dann hielten wir auf einer Fläche mit Büschen und unser Guide sagte: Cheetahs!

Wir schauten angestrengt und dann sahen wir sie in der Ferne. Eine Gepardin mit ihrem halbwüchsigem Kleinen - noch sehr weit weg. Sie schienen nach links zu gehen und waren gleich verschwunden. Wohin haben sie geschaut fragte uns der Guide, weil wir mit den Kameras mit Zoom hantierten. Sie sind nach links gegangen und haben in unsere Richtung geblickt sagte Tom. Dann ist es gut, Geparden laufen in der Regel dorthin, wohin sie schauen, sagte der Guide und setzte das Auto ein Stück zurück und wir warteten.

 

 

 

Wir waren skeptisch, denn die Tiere ließen sich nicht mehr blicken. Nichts tat sich. Ich war mittlerweile überzeugt davon, dass die zwei weg waren. Unser Guide sagte, nein, sie werden vor unserem Fahrzeug den Weg kreuzen - sehr optimistisch, dachten wir.

Und da tauchten sie auf. Im besten Licht im schönen Gras liefen die zwei vor unserem Wagen über den Weg und gingen noch ein Stück an uns vorbei. Wir machten Fotos wie die Wilden. Cheetahs im schönsten Licht bekommt man schließlich nicht alle Tage zu sehen. Für Tom waren es sogar die ersten Geparden - und gleich so ein Glücksgriff. Die Tiere verschwanden im Busch und wir waren happy. Unser Guide servierte uns dann noch ein paar leckere Häppchen. Das Biltong, das wir übrig ließen, ließ sich unser Guide schmecken und wir fuhren nach Sonnenuntergang hyperzufrieden zur Campsite zurück. Dort aßen wir noch etwas und ließen den Abend beim Feuer ausklingen.

 

 

 

Nach diesen tollen Erlebnissen, geht es im vierten und letzten Teil unseres Reiseberichts durch den Etosha und zur Vingerklip und wir werden sehen, ob die neue Batterie hielt, was sie versprach!

 

LG Heike & Tom

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