Einmal ist immer das erste Mal - die Schachbrettblume

Obgleich meine Freundin Silvia schon oft die Schachbrettblumen fotografiert hat, hatte ich es bisher nie in deren Nähe geschafft. Immer war ich entweder nicht da oder hatte keine Zeit oder es gab sonst irgendein Hindernis. Umso mehr freute ich mich, als Silvia dieses Mal anrief und sagte: "Und, wie sieht's aus? Am Wochenende Schachbrettblumen?" und ich die Frage bejahen konnte. Es wurde zwar am anderen Ende des Hörers leise gestöhnt, als ich die Uhrzeit meiner voraussichtlichen Ankunft nannte, aber wir sind ja nunmal Naturfotografen und schlafen können wir ja auch noch, wenn wir tot sind ;-) Das fand Silvia dann letzten Endes auch und wir verabredeten uns.

 

 

Tom durfte leider nicht mitkommen, denn nach seiner Knie-OP war auf den Knien rumrobben, um Blumen zu fotografieren, dem Heilungsprozess gegenüber eher suboptimal und so überließ er es uns Frauen, schöne Bilder mit nach Hause zu bringen. Vielleicht fand er es auch gar nicht sooooo schlimm, als kurz nach 4 Uhr am Samstagmorgen der Wecker klingelte. Jedenfalls wurde nur kurz ein Äuglein verkniffen geöffnet, während ein kaum zu hörendes "Viel Spaß" gemurmelt wurde und man(n) den Kopf wieder aus dem Licht drehte. 

 

Als ich bei Silvia ankam, stand sie mit ihrem ganzen Fotokram schon parat und los ging es zum Naturschutzgebiet. Zunächst befürchteten wir, dass wir doch zu spät seien, denn die Sonne war schon aufgegangen und beschien im schönsten Licht die Wiesen neben der Straße. Aber unsere Planung war optimal, denn die Wiesen mit den Schachbrettblumen lagen aufgrund der Tallage noch im Dunkeln und nur langsam kroch die Sonne hinter den Hügeln hervor. Langsam genug jedenfalls, dass wir uns ein paar schöne Plätzchen suchen konnten, um uns die ersten Motive zu suchen und uns zu positionieren. Sonne kommt und tadaaaa - die ersten Bilder mit schönem Licht landen im Kasten. Doch was war das jetzt? Es wurde wieder dunkel. Konnte das wahr sein? Eine einzige Wolke am blauen Himmel und genau diese setzt sich nun punktgenau vor die Sonne, nachdem sie endlich hinter dem Hügel hervorgekommen war. Damit nicht genug, war offenbar auch nicht sehr viel Wind vorhanden, denn dort blieb sie auch. Ein paar wenige Male lugte die Sonne noch zwischen der Wolke hervor, aber es dauerte. Und dauerte. Und als sie die Wolke endlich hinter sich gebracht hat, tja, da war das Licht dann auch schon wieder zu hart. Wir machten daraufhin noch ein paar Wiesenbilder und fuhren zu einer anderen Stelle.

 

Dort hatten wir das Glück, dass ein paar Bäume Schatten auf die Blümchen warfen und wir auch jetzt noch ein paar Fotos machen konnten. Vorder- und Hintergrund wurden stark von der Sonne beschienen, so dass ein paar farblich peppige Bilder herauskamen. Immer wieder wurden wir von Spaziergängen angesprochen und konnten ein paar nette Unterhaltungen sowohl mit Einheimischen und Touristen führen, die sich ebenfalls an den vielen Blümchen erfreuten. Als Abschluss frühstückten Silvia und ich noch in einem nahgelegenen Café und beendete somit unseren gelungen Fotoausflug. Dann liebe Schachbrettblümchen - bis zum nächsten Mal - ich freue mich drauf :-)

 

 

LG

Heike

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