Namibia ganz nah - 4 Wochen unterwegs im Bushcamper - Teil 8

Der achte und letzte Teil unseres Reiseberichts führt uns noch einmal durch den Etosha und abschließend über die letzten Stationen unserer wunderschönen Reise.

 

 

In Halali angekommen, durften wir uns eine Campsite aussuchen und landeten bei der Nummer 3 - nahe an Toilette und Dusche mit Strom ausgestattet. Die Stellplätze waren wesentlich größer als in Olifantsrus und auch die Duschen waren zu Toms großer Erleichterung wesentlich nutzerfreundlicher. Warme große Duschen, was ein Luxus!

 

 

Mit einem seligen Lächeln auf den Lippen - angesichts der tollen Sichtungen heute - genossen den Abend wieder bei einem Weinchen, einem Salat und einigen Kartoffeln mit Quark. Tom brachte unsere Lieben zuhause dank Wifi-Voucher (zu kaufen bei der Rezeption) auf den neusten Stand und der Abend endete wie meist recht früh.

 

 

7.6. Halali

 

Aufgrund der Menge an Campern und Overlandern war Ausschlafen hier sowieso nicht drin. Der Morgen endete um 5.30 Uhr, dann gab es Reißverschlussratschen und andere Geräusche. Gerne auch das Hupen eines Autos, wenn es abgeschlossen wird.

Wir fuhren den Rhino Drive und sahen jede Menge Rhinos... nicht. Aber wenigstens ihre Hinterlassenschaften und davon wirklich eine Menge. Dafür hatten wir aber Glück mit den Vögeln und wir sichteten ein Raubvogelnest mit Jungtier, Bee-Eater, Riesentrappen und die wohl häufigsten Raubvögel Namibias, die Singhabichte, ab. Dann sahen wir auch endlich mal Schwarznasenimpalas, meine Lieblingsantilopen. Am darauffolgenden Wasserloch trafen wir sogar auf eine ganze Herde der Tiere mit einem brünftigen Bock. Der Bock grunzte und versuchte, die Weibchen zum Stelldichein zu überreden, was ihm allerdings nicht gelingen wollte. Ein bisschen konnte er einem schon leid tun.

 

 

Der erste Picknickplatz, den wir uns für unser Frühstück rausgesucht hatten, war leider geschlossen, aber der andere Platz nahe der Etoshapfanne war zugänglich. Wir nahmen dort gemütlich unser Frühstück ein und fuhren Richtung Halali zurück. Auf der Rückfahrt gab es dann noch eine sehr schöne Gelegenheit, einen Toko mit Sattelschrecke im Schnabel zu fotografieren. Und Toms Wunsch, endlich mal eine geduldige Gabelracke zu erleben (bisher hatten sie immer bei Halt des Autos die Flucht ergriffen), erfüllt sich ebenso.

 

 

An der Campsite schnappten wir uns Wasser und Kameraequipment und setzten uns in den Schatten ans Wasserloch. Der Reisebericht wurde auf den neuesten Stand gebracht und während Tom und ich uns mit unseren Pads vergnügten, verpassten wir offenbar, wie eine Löwin leise herankam und sich unter einen Busch legte. Wir waren dankbar, als uns zwei der Campangestellten auf das Tier aufmerksam machten. Auch die eintreffenden Impalas bemerkten das Raubtier und gaben sofort Warnlaute ab. Jetzt traute sich keiner mehr an das Wasserloch heran. Die Löwin war allerdings nicht auf Jagd aus und lag hechelnd unter dem Busch. Eventuell wurde ihr das Gemotze der Impalas, die weiter warnten, zu viel, denn sie verließ nach einigen Minuten ihren Platz und verschwand hinter den Büschen. 

Auf einmal kam sie wieder aus den Büschen, ging zum Wasserloch, trank ausgiebig und legte sich sichtbar unter einen anderen Busch. Die Impalas waren wieder wenig begeistert, der Löwin schien das aber jetzt egal zu sein. Sie ruhte sich dort aus und macht ab und zu die Äuglein etwas zu.

 

 

Überraschend stand sie nach ca. einer Stunde auf und ging kurz entschlossen in die Büsche. Noch während wir der Löwin hinterherblickten, entdeckten wir ein Black Rhino, das schnurstracks auf das Wasserloch zukam. Vielleicht war die Löwin deshalb so schnell verschwunden? Das Nashorn trank ebenfalls am Wasserloch und schaute dann aufmerksam in die Büsche. Kein Wunder denn plötzlich erschienen Elefantenohren in der Ferne. Das ging hier ja Schlag auf Schlag dachten wir uns. So schnell wie die Tiere kamen, erholten wir uns gar nicht von unserer Begeisterung. Wir waren gespannt wie die Flitzebögen, wie die Zusammenkunft Nashorn und Elefanten verlaufen würde. Das Nashorn schien nicht wahnsinnig begeistert über die Ankunft der grauen Riesen zu sein. Ab und zu schnaubte es laut in Richtung der Elefanten und schien genervt. Die Elefanten ließen sich Zeit, schauten ebenfalls das Nashorn an und kamen langsam und majestätisch auf das Wasserloch zu.

 

 

Das Nashorn sah es allerdings überhaupt nicht ein, Platz zu machen. Es war doch zuerst da und hatte zwei mächtige Hörner und massig Gewicht zur Verteidigung. Die Elefanten kamen und fanden es augenscheinlich nicht so witzig, dass das Nashorn seinen Platz verteidigte. Zunächst sah es so aus als würden sich die Tiere arrangieren, denn die Elefanten tranken erst einmal ein paar große Schlucke, während das Nashorn rechts weiter am Wasserloch seinen Platz behauptete. Dann wendete sich das Blatt. Die Elefanten hatten offenbar den Rüssel voll und fingen an, es einzukesseln. Dem Nashorn wurde nun langsam bewusst, dass es gegen mehrere Elefanten wohl doch nicht bestehen konnte. Es schnaubte mehrfach, dann nahm es die sprichwörtlichen Beine in die Hand. Mit Speed rannte es an den Elefanten vorbei, dass es nur so staubte. Ein Elefant trötete triumphierend hinterher nach dem Motto: „Sieh zu dass Du endlich Land gewinnst. Wir sind hier die Könige des Wasserlochs!“

 

 

Während des Disputs zwischen dem grauen Getier schlich sich lustigerweise im Hintergrund schnell die Löwin weg, die offenbar immer noch zwischen den Büschen rumgelungert hatte. Man konnte ihr richtig ansehen, dass sie überhaupt keine Lust hatte sich einzumischen oder zwischen die Fronten zu geraten. Schnell weg, dachte sie wohl und verschwand lautlos im hohen Gras.
Das Nashorn stand beleidigt in den Büschen, während die Elefanten das Wasserloch besetzten und ausgiebig tranken und sich mit Schlamm bespritzten.

Sobald die Bande abgezogen war, kam das beleidigte und leicht gedemütigte Nashorn wieder und trank noch einmal ausgiebig. Tom und ich konnten ob der Erlebnisse nicht mehr aufhören zu grinsen. Die Tiere so beobachten zu können, war einfach wunderschön und mit nichts zu vergleichen.

 

 

Tief zufrieden, holte ich uns ein Savannah, um den Nachmittag zu begießen und sagte unseren neuen Nachbarn an der Campsite noch schnell Bescheid wegen des Nashorns. Als ich wieder am Wasserloch war, schien das Nashorn gegangen zu sein. Dafür wurde es hier langsam voll mit Zweibeinern, da immer mehr Leute von ihren Touren zurückgekommen waren. Egal, es war genug Platz für alle da.  Irgendwann erschien das Nashorn nochmal (es hatte sich doch wieder nur hinter einem Busch versteckt), trank erneut und haute dann endgültig ab in die Büsche. Wir gingen davon aus, dass es das jetzt gewesen war, blieben aber noch. Die Zeit bis zum Sonnenuntergang hatten wir noch. Es wurde voller und voller, obwohl nichts mehr zu sehen war. Und dann... erscheinen sie lautlos von links. Eine andere größere Elefantenherde mit mehreren Kleinen trabte im schnellen Schritt auf das Wasserloch zu. Dort tranken sie genüsslich, bis die Sonne unterging, grummelten ein paar Mal ihre tiefen Töne und verschwanden ebenso lautlos wie sie gekommen waren. 

Ok, ganz egal, was jetzt noch kommt, es kann nicht mehr zu toppen sein, dachten wir uns. Wir waren hochzufrieden mit unserem Tag und gingen zum Bushcamper zurück. Wir freuten uns sehr, den Abend mit einer leckeren Bolognese und einem Wein ausklingen lassen zu können.

 

 

 

8.6. Auf nach Onguma

 

Morgens wieder auf Pirschfahrt im Etosha. Heute fuhren wir raus aus dem Park nach Onguma, das direkt hinter der Ostgrenze des Parks liegt. Wir klapperten die Wasserlöcher ab und sahen etliche Antilopen. Tom machte noch ein paar Filmaufnahmen von Zebraherden und wir sahen einige Elefantenbullen in der Ferne. Danach konnten wir noch kurz drei Breitmaulnashörner sehen, die sich allerdings abwendeten und ihrer Wege zogen. In Namutoni letzte kleine Einkäufe, danach ging es auf den DikDikDrive, auf dem sich viele DikDiks zeigten… beziehungsweise nicht.

 

 

Dann hatten wir nochmal Glück mit einer schön sitzenden Gabelracke und sahen eine Fuchsmanguste auf der Flucht vor einem Greifvogel, was spannend war. Die Manguste entkam (zum Glück) und lunzte aus einem dekorativen toten Holzstück hervor, wo wir ein paar Aufnahmen machen konnten.

 

 

Danach kehrten wir dem Etosha den Rücken zu, zahlten nochmal ein bisschen Lehrgeld, weil wir die Zeiten nicht ganz eingehalten hatten und zwei Stunden über der Zeit waren. Für zwei Stunden Überziehen mussten wir einen ganzen Tag bezahlen und da Kreditkarte nicht ging, man kein Wechselgeld bereit hielt und uns die nette Dame am Gate nicht entgegenkommen wollte, sondern uns nur auffordernd ansah, zahlten wir notgedrungen auch noch Trinkgeld, für das man sich dann aber immerhin bedankte :laugh:

Dann ging es zu Onguma auf die Leadwood Campsite.

 

 

Die Campsite war toll unter großen schattigen Bäumen angelegt und jeder hatte ein eigenes Bad mit Toilette und Dusche. Auch die Lodge war superschön angelegt. Vor dem Restaurant befand sich ein hübsches Wasserloch, an dem sich etliche Vögel tummelten. Wir buchten für abends das Dinner und relaxten den Nachmittag unter den Bäumen. Vor dem Abendessen gingen wir an die Bar und genossen einen Gin Tonic und einen Rotwein mit Blick auf die untergehende Sonne. Sehr schön war das hier. Wir freuten uns darüber, dass wir ein bisschen zur Ruhe kommen konnten.

Das Dinner war absolut lecker, wir aßen vorab ein Bruschetta mit Frischkäse und geräuchertem Rindfleisch, dann ein gegrilltes Kudusteak mit Pfeffersauce, knackigen grünen Bohnen und Blumenkohl und zum Abschluss einen warmen dunklen Schokoladenkuchen mit Zimtsauce und Sahne, der glücklicherweise nicht so süß war. Und das Beste: Die Portionen waren so, dass man tatsächlich alles essen konnte. Rundum zufrieden gingen wir nach einem letzten Gläschen Wein am Wasserloch zu unserem Camper und fielen ins Bett.

 

 

9.6. Onguma

 

Heute war unser Faulenzertag. Wir hatten beschlossen, auf alle Aktivitäten zu verzichten und den Tag hier ganz ruhig zu verbringen, um mal ein bisschen aufzutanken. Trotzdem waren wir wie immer früh auf den Beinen und gingen ans Wasserloch. Mit einem Kaffee beobachteten und fotografierten wir Vögel, gingen dann zu unserem Camper frühstücken und Wäsche waschen. Den Vormittag verbrachten wir wieder am Wasserloch, an dem sich etliche Antilopen zeigten. Tom versuchte sich an Flugaufnahmen von Tokos, ich sortierte mal wieder Bilder aus, wozu ich bisher nicht immer gekommen war. Und ich las tatsächlich in meinem Kindle. Nicht zu fassen!

 

 

Aber auch direkt an unserem Bushcamper tummelten sich natürlich den ganzem Tag Vögel und plötzlich zeigte sich ein Paar Plastiktüten (Crimson Breasted Shrikes), welchem Tom nachpirschte. Am Ende waren wir beide auf leisen Sohlen und mit Zeitlupenbewegungen unterwegs, um diese wunderhübschen Vögel abzulichten, die sich leider ständig inmitten des Dickichts der Bäume aufhielten. Zuletzt zeigte sich doch einer oben auf der Baumkrone und begann zu singen. Tom im Glück kann man dazu nur sagen. Es ratterte die Kamera, dass man meinte, der Vogel müsse gleich vor Schreck aus dem Baum fallen.

 

 

Nachdem dann alle Akkus geladen, Bilder auf die mobile Platte gesichert und auch die zweite Sicherung angelegt war, gingen wir beide Duschen und machten uns so langsam auf den Weg zur Bar, wo wir wieder mit einem netten Getränk und diesmal auch mit unseren Kameras den Sonnenuntergang genießen wollten um anschließend wieder das leckere Dinner einzunehmen.

 

 

10.6. Auf zum Waterberg

 

Lautes Vogelkonzert! Von dem krächzenden lauten Hühnchen, das im Baum saß und sich nur mühsam von Tom vertreiben ließ, damit wir vielleicht noch ein paar Minuten länger schlafen können, über einen monotonen Singsang, der sich ständig wiederholte bis hin zum kwäääääääh des Graulärmvogels. Das Hühnchen kehrte allerdings schneller zurück als wir wieder einschlafen konnten. Viel länger als Sonnenaufgang ging wohl einfach nicht.

Wir frühstückten noch im Schatten, fuhren zur Rezeption und gaben unserem Kellner noch das vergessene Trinkgeld vom Vortag, bezahlten die beiden Dinner und Getränke und fuhren los Richtung Waterberg.

 

 

In Tsumeb wurde nochmal eingekauft, um die letzten Abende speisen zu können. Wir beschlossen, kein weiteres Bargeld abzuheben und hofften, unsere Unterkünfte mit Kreditkarte zahlen zu können. In Tsumeb war mal wieder die Hölle los - kein Wunder es war Samstag und der ganze Ort schien sich zu treffen. Am Straßenrand standen schon Grills mit Boereworst und es herrschte ein reges Kommen und Gehen.  Wir holten noch Salat und Wurst zum Grillen. Da wir den Grillanzünder vergessen hatten, hielten wir nochmal in Otjiwarango und besorgten diesen im OK. Dann weiter auf der geteerten Straße.

Am Waterberg fuhren wir zur Plateau Campsite, erhielten Nummer 3 und stellten uns dort auf. Es kamen immer mehr Camper auf die Campsites und am Ende fühlte man sich ziemlich umzingelt. Rechts eine Familie mit Kindern, die naturgemäß einfach lauter waren, links ein Pärchen, wir konnten fast überall die Gespräche mithören. Mir persönlich war es zu eng und ich fühlte mich ein bisschen wie in Klein Aus. Zum Sonnenuntergang machten wir Feuer und grillten und ließen den Abend ausklingen.

 

 

11.6. Waterberg

 

Heute hatten wir uns vorgenommen, verschiedene Trails zu laufen, standen früh auf und schmierten uns Brote für unterwegs. Nach einem Kaffee ging es los zum Dassie Trail. Dieser ging unter vielen Bäumen entlang auf einer nicht ganz einfachen Strecke über Stock und Stein. Die Steine waren zum Teil zu erklettern und wir merkten, dass sich diese Strecke nicht mit den normalen Wanderwegen in Deutschland vergleichen ließ. Zwischendurch gab es herrliche Ausblicke auf den Waterberg und wir genossen die grüne baumreiche Umgebung. Die großen Steine, die überall herumlagen, waren wieder einmal beeindruckend und man mochte sich gar nicht vorstellen, wie das wäre, wenn so ein großes Teil von oben herunterfallen würde.

 

 

Nach dem Dassie Trail gelangten wir zur Wilderness Lodge, die im Tal sehr schön angelegt war. Hohe Bambusstäbe führten den Weg entlang ins Innere und dort war es aufgrund hoher Bäume und des Bambus sehr schattig. Wir trafen jemanden vom Personal, der uns willkommen hieß und ein Getränk servierte. Wir ruhten ein bisschen aus und durften freundlicherweise unser mitgebrachtes Frühstück verspeisen. Danach ging es über den Fountain Trail zur Quelle. Die Vegetation nahm immer weiter zu. Überall hohes grünes Gras und immer mehr Insekten wie Schmetterlinge und Libellen um uns herum. Riesige Bäume am Wegesrand, es machte schon beinahe einen tropischen Eindruck hier. Wir genossen die Umgebung in vollen Zügen und liefen bis zur Quelle. Dort angekommen, hatte es sich eine Paviangruppe gemütlich gemacht. Erst waren sie etwas scheu angesichts der Zweibeiner, dann kehrten sie zurück auf die Bäume, fraßen und schauten neugierig auf uns herab. Wir wollten sie nicht vertreiben und gingen die letzten Meter nicht weiter. Wir waren uns einig, dass wir hierher eines Tages zurückkehren würden, um ein bisschen mehr Zeit in dieser tollen Landschaft verbringen zu können.

 

 

Über den Porcupine Highway und danach über den Anderson Trail ging es zurück. Die letzten Kilometer zogen sich und wir waren ziemlich geschafft. Aufgrund der ständigen Klettereien taten uns die Beine weh, die schweren Rücksäcke machten unseren Schultern zu schaffen und die Wärme machte sich in der Mittagszeit nun auch bemerkbar. Nach insgesamt 9,2 Kilometern in diesem recht unwegsamen Gelände waren wir froh, unsere Campsite zu erreichen und tranken dort zunächst mal ein Savannah auf den anstrengenden Vormittag. Aber wir waren auch sehr zufrieden, tolle Landschaft und endlich mal wieder raus aus dem Auto und zu Fuß unterwegs in der Natur zu sein. Das hatten wir in den letzten Tagen doch auch vermisst. 

Vor Sonnenuntergang wurde das Feuer angefacht und diesmal fachmännisch mit Holzkohle und Feuerholz bestückt. Ja! So langsam hatten wir den Dreh heraus. Hat ja auch nur schlappe 3 ½ Wochen gedauert. Tom zauberte uns mit Zwiebeln und Kartoffelbrei gefüllte Paprika, die via Alufolie in die Glut gelegt wurde. Dann noch die obligatorische Zwiebel in die Glut, Maiskolben und Braiwurst auf den Rost und danach hatten wir viel zu viel zu essen, da wir auch noch einen Salat gemacht haben. Aber es war sehr lecker!

 

 

12.6. Auf nach Ondekaremba - unsere letzte Station

 

Vorletzter Tag hier in Namibia und Fahrt nach Ondekaremba in der Nähe von Windhoek. Nach dem Frühstück wurde schnell alles fertig gemacht und wir fuhren über Windhoek nach Ondekaremba.

 

 

Die Paviane verabschiedeten uns bei der Abreise vom Waterberg.

 

 

Einkaufen brauchten wir nicht mehr, da wir vorhatten, hier abends essen zu gehen. Wir kamen zum Abzweig nach Ondekaremba und fuhren suchend den Weg entlang. Dann ein Abzweig und durch etwas komisch erscheinendes Gebiet, das aussah wie Gewerbegebiet. Letztendlich fanden wir dann aber doch wieder Schilder zu unserer Unterkunft. An der Lodge angekommen, wirkte alles wie ausgestorben.  Nur ein paar Ground squirrels waren zu sehen. Doch dann sahen wir eine Frau und gingen zur Rezeption. Wir trugen uns wie immer in die Bücher ein, fragten nach Dinner und sahen an einer handgeschriebenen etwas an einen Straßenimbiss wirkenden Tafel, dass es heute Beef Kebap geben sollte. Naja, wir haben nichts mehr zu essen, also würden wir zum Dinner gehen, auch wenn wir mit Kebap eher etwas verbinden, das nicht so unser Fall ist. 

Dann fuhren wir weiter zur Campsite, die manchmal etwas eigenwillig beschildert war. Tom war erstmal gar nicht mehr begeistert von allem. Wir hatten vorher einen Flyer zu Ondekaremba gesehen und da sah alles irgendwie anders, besser aus. Jetzt schien manches lieblos und verlassen. Egal, wir waren hier und verbrachten nur eine Nacht hier. An der Campsite erinnerten wir uns an das Aufbauvideo, das wir machen wollten und erstellten dieses endlich an unserem letzten Tag hier. Danach wurde der Reisebericht auf den finalen Stand gebracht und die Reisetaschen wieder richtig gepackt. Nach vier Wochen wurde es uns bewusst, dass die schöne Zeit nun wirklich langsam ein Ende hatte.

 

 

Abends gingen wir zum Dinner, wofür wir uns angemeldet hatten. In der Bar und an der Rezeption war wieder keiner zu finden. Irgendwann fanden wir die Frau, die uns an der Rezeption begrüßt hatte und sie ging mit uns zur Bar und machte dort Licht. Alles wirkte total verlassen und wir dachten zunächst, wir seien die einzigen Gäste. Wir bekamen ein Glas eines ziemlich grausigen weißen Hausweins und bestellten uns danach eine Flasche anderen Wein, der dann zum Glück viel besser schmeckte. Währenddessen saß die Frau von der Rezeption im dicken Wintermantel frierend vorm Feuer. Wir versuchten ein Gespräch in Gang zu bringen, was aber leider nicht gelang. Sie schien sehr schüchtern zu sein. Nachdem sie gegangen war und ansonsten keiner kam, kümmerten wir uns selbst darum, das Feuer am Laufen zu halten. Zwischendurch kamen tatsächlich nochmal zwei Gäste, die das Ganze hier ähnlich komisch fanden. 

Es hieß, es solle um 18 Uhr Dinner geben, aber es kam wieder keiner. Wir wussten nicht so recht, was wir machen sollten und warteten weiter an der Bar. Das war verkehrt, denn offensichtlich warteten die Angestellten darauf, dass wir ins Restaurant gingen, was wir nach einer halben Stunde aufgrund von Nachfragen erfuhren. Also nun ins Restaurant. Die Butternut soup war hingegen aller Befürchtungen hervorragend. Währenddessen kam nun auch das andere Pärchen, mit dem wir uns nett unterhielten und unsere Erfahrungen in Namibia austauschten. Das Hauptgericht war beef kebap, also Rindfleisch am Spieß, was leider größtenteils ziemlich zäh war. Die Nudeln, Gemüse und Soße dazu waren aber lecker. Nach einem Abschlussbierchen gingen wir in den Bushcamper.

 


13.6. Auf Wiedersehen Namibia, auf nach Deutschland

Es war wieder ziemlich kalt die Nacht und wir brauchten unsere vier Decken. Morgens dann das letzte Mal Frühstücken am Camper und Check out. Wieder war an der Rezeption keiner zu sehen. Wir warteten, aber es kam einfach keiner. Irgendwann gingen wir dann auf die Suche und fanden jemanden, bei dem wir bezahlen konnten. Ehrlich gesagt würden wir nicht noch einmal nach Ondekaremba fahren. Der Eindruck dort war ein komischer. Wir kamen uns nicht besonders Willkommen vor und waren dort immer auf der Suche nach einem der Angestellten. Die Campsite selbst war zwar ok, machte aber auch aufgrund einiger alter Tische, die noch herumstanden, einen lieblosen Eindruck und war ziemlich eng. Die Duschen und Toiletten waren hingegen wieder völlig ok. 

Mittags fuhren wir zu Avis Safari Rentals und gaben unseren Camper zurück. Es wurde noch einmal darauf hingewiesen, was von dem Geld auf der Kreditkarte fürs Putzen und Gebühren einbehalten wird. Das stand aber auch detailliert in den Unterlagen. Es gab keine Beanstandungen und auch der eine Teller, den wir versehentlich kaputt gemacht hatten, war kein Problem. Wir lobten das Auto, das uns ohne Mucken und ohne Platten 5.000 Kilometer und vier Wochen lang durch Namibia begleitet hatte. Wir würden den Camper jederzeit wieder dort mieten und auch genau dasselbe Auto, einen Ford Ranger 2.2 Double Cabin nehmen. 

Danach bekamen wir die Dokumente, das alles ok war und fuhren den Camper zum Flughafen, tankten nochmal voll und gaben ihn dort bei Avis ab. 

Warten auf den Flug und dann ab in den Flieger, der nicht voll besetzt war. Nach 10 Stunden Ankommen und fertig war unsere Reise. Aber nach der Reise ist ja auch immer vor der Reise.

 

Tschüss Namibia, hoffentlich bis bald!

 

LG Heike

 

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